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Ist der G4 die Zukunft des Powerbooks?

02.09.2004 | 16:25 Uhr |

Welches Prozessorherz im nächsten Jahr im Powerbook schlagen wird ist unklar. Viele warten auf ein G5-Powerbook, doch Apples Tim Boger hat diesem eine Absage erteilt.

Boger warnt, dass die Kunden "keinen G5 in einem portablen Mac in absehbarer Zukunft erwarten sollten". Laut Boger wird es 2004 mit Sicherheit kein G5-Powerbook geben, über spätere Termine wollte der Produktmarketingdirektor keine Aussage treffen.
Dies ist nicht das erste Mal, dass Boger einem G5-Powerbook eine öffentliche Absage erteilt. Die Vehemenz, mit der Apple ein G5-Powerbook verneint, ist untypisch für den Mac-Hersteller, der in der Regel nie über unveröffentlichte Produkte redet.
Ein Hinweis darauf, dass Apple für das Powerbook ganz andere Pläne als den Einbau des G5-Prozessors hat?
Passend dazu stellt Motorola-Tochter Freescale Anfang Oktober auf dem Fall Processor Forum ihre erste Dualcore-CPU vor. Dualcore-CPUs waren bisher nur in "Big Iron" Servern von IBM, HP und Sun verfügbar, nächstes Jahr wollen alle CPU-Hersteller diese in den Mainstream bringen. Es handelt sich dabei um zwei CPU-Kerne auf einem Silizium-Plättchen ("Die"), die meist auf einen gemeinsamen Level 2-Cache zugreifen (AMDs kürzlich demonstrierter Dualcore-Opteron ist hier die Ausnahme). Die Performance ist identisch oder sogar - dank des gemeinsam genutzten Caches - besser als in einem System mit zwei realen CPUs.
Da Freescales Dualcore-G4 nach bisher verfügbaren Informationen zusätzlich einen integrierten Speichercontroller hat und nativ DDR-RAM unterstützen soll, würde der Chip einen deutlichen Leistungs-Sprung im Vergleich zu bisherigen G4-Prozessoren bringen. Aktuell sind G4-Macs von Apple zwar mit DDR-RAM ausgestattet, der Frontsidebus unterstützt aber nur SDR. Der Frontsidebus war für den G4 in den letzten Jahren ein Flaschenhals, welcher den Speicherdurchsatz und damit die Leistung begrenzt hat. Dies bedeutet, dass der bisher noch namenlose Dualcore-G4 deutlich bessere Leistung bieten würde als alle bisherigen Dual-G4-Systeme.

65-Nanometer-Prozess

Entstehen soll der Chip aller Voraussicht nach in Freescales 2005 kommendem 65-Nanometer-Prozess, auch Freescales kurz bevorstehender 90-Nanometer-Prozess ist für die Fertigung möglich. Der Stromverbrauch wird bei höherem Takt unter den momentan von Apple verbauten 7447-G4-Prozessoren liegen, was den Chip ideal geeignet für Notebooks macht. Auch im Takt soll der Dualcore-G4 gut skalieren: "Jenseits 2 GHz" schreibt die englische IT-Branchenseite The Register.
Da der Chip neben dem Freescale-eigenen Rapid-IO-Bus auch das herkömmliche MPX-Busprotokoll unterstützt, das auch bisherige G4-Chips nutzen, empfiehlt sich der Chip sich geradezu für kommende Apple-Laptops. Denn Apple müsste seine Powerbooks nur marginal anpassen um den Chip nutzen zu können, wohingegen ein G5-Powerbook ein völliges Neu-Design bedeutet.
Da der Dualcore-G4, wenn im Oktober demonstriert, frühestens Mitte nächsten Jahres verfügbar sein wird, muss Apple die Zeit bis dahin mit dem im Juli frisch veröffentlichten Single-Core 7447A überbrücken. Hierbei handelt es sich um eine leicht erweiterte Version des 7447, welche neue Stromsparfeatures und höheren Takt bietet. Kurz vor dem Dualcore G4 wird Freescale im September noch den 7448 vorstellen, über den noch nichts außer der Typenbezeichnung bekannt ist. Mitte 2005 verspricht IBM 65-Nanometer-G5-Chips, deren Stromverbrauch für Notebooks niedrig genug wäre.

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