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It's only Rock'n Roll

22.01.2004 | 12:03 Uhr |

Garageband macht Spaß, solange man einen schnellen Rechner hat, nicht mehr als ein Instrument gleichzeitig aufnehmen will und schräge Töne virtueller Bläser nicht weiter stören. Unser erster Blick mit Screenshot-Galerie

Wie der Name schon sagt, richtet sich das virtuelle Tonstudio zunächst an Funk-, Soul-, Jazz- und Rockbands die eine Möglichkeit suchen, ihre in feuchten Kellern oder düsteren Garagen produzierte Musik digital aufzunehmen oder mit virtuellen Instrumenten zu erweitern. Auch wer für seine Diashows oder iMovies Tonspuren mit einem individuellen Touch sucht, kann seiner Kreativität in Garageband freien Lauf lassen. Für komplexe Musikproduktionen muss man sich nach einer Alternative umsehen.

Wie iMovie, iPhoto, iTunes und iDVD kommt auch der jüngste Spross der digitalen Suite mit einem einzigen Fenster aus, in dem man auf alle Bedienelemente Zugriff hat. Projekte mit bis zu 64 Spuren lassen sich anlegen. Ist man eines Instruments nicht mächtig, helfen die 1.000 vorprogrammierten oder eingespielten Loops weiter, um Klangbilder zusammenzustellen.
Besonders bei Schlagzeugbeats und Percussion hat Garageband eine Vielzahl knackiger Rhythmen zu bieten, einige Bassgrooves wissen ebenso zu gefallen wie bestimmte Streichereinsätze. Die Bläsersätzen klingen jedoch blechern und sind langweilig arrangiert. Aber die Loops, Beats und Riffs in Garageband haben die Musiker um den New Yorker Gitarristen John Mayer, der mit Steve Jobs das neue iLife-Spielzeug demonstrierte, eingespielt und gesamplet - nicht etwa Tower of Power.

Englische Einstellung

Der Clou an Garageband - und sein Hauptunterscheidungsmerkmal zu Apples Soundtrack - ist sicher seine Funktionalität als Recorder für analog erzeugte Töne. Dabei sollte der Mac idealer Weise über einen Audioeingang verfügen, Gitarren und Mikrophone stöpselt man einfach ein, wählt ein "Echtes Instrument" als Klangerzeuger aus und legt los. Der Haken dabei: hat der Rechner keinen Audioeingang, wie es etwa bei der 2002er-Baureihe des iMac oder dem aktuellen iBook G4 der Fall ist, ist man auf einen Adapter angewiesen.

Hohe Anforderungen an das System

Nicht nur wegen der Zusatzkosten für einen ordentlichen Adapter sollten sich Besitzer älterer Macs genau überlegen, ob Garageband der Anlass ist, die iLife-04-Suite zu erwerben. Als mindeste Systemvoraussetzung gibt Apple zwar einen G3-Prozessor mit 600 MHz Taktrate an, Softwareinstrumente erforderten G4- oder G5-Prozessoren. Sobald die Projekte ein wenig umfangreicher werden, gerät unser Testrechner, ein iMac G4/800, in Schwierigkeiten. Core Audio, die in Mac-OS X integrierte Audio-Technologie meldet schon bei der zweiten Aufnahmespur eine zu langsame Festplatte. Selbst die der iLife-DVD beigelegten Demos spielt der zwei Jahre alte Rechner nicht mehr sauber ab und bittet uns darum, die ein oder andere Tonspur stumm zu schalten. Die Zeitlinie, die während des Abspielens des Projekts über die in Reihen angeordneten Tonspuren fährt, hängt einen halben Takt hinterher, dabei hat unser Projekt nur vier programmierte Percussion- und eine Bass-Spur sowie eine selbst eingespielte Funk-Gitarre.

Fazit

Garageband mit neuen Apple-Rechnern auszuliefern macht Sinn, Besitzer älterer Macs werden mit dem virtuellen Tonstudio aufgrund hoher Systemanforderungen weniger Freude haben.

Mehr zu Garageband finden Sie in Macwelt 3|2004, die ab dem 4. Februar erhältlich sein wird.

:Screenshot-Galerie Garageband

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