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J2EE 1.4 kommt erst 2003

22.03.2002 | 11:11 Uhr |

MÜNCHEN ( COMPUTERWOCHE ) - In der kommenden Woche tritt Sun Microsystems an, um auf der JavaOne seine Entwickler auf Web-Services einzuschwören und Microsofts .Net-Initiative den Wind aus den Segeln zu nehmen. Leider drohen die Java-Developer aber gegenüber ihren Microsoft-Kollegen ins Hintertreffen zu geraten, die bereits an Web-Services arbeiten.

Denn nativen Support für SOAP (Simple Object Access Protocol), der mit J2EE (Java 2 Enterprise Edition) 1.4 Einzug halten soll, wird es nicht vor dem Jahr 2003 geben. Sun gestand gegenüber "Computerwire" ein, dass die Fertigstellung von J2EE 1.4 von der zweiten Hälfte 2002 ins erste Quartal 2003 verschoben werden musste. Schuld seien Änderungen, die das World Wide Web Consortium (W3C) am SOAP-Standard vorgenommen habe. Diese müssten erst in das neue Server-Java eingearbeitet werden. "Die Web-Services-Spezifikationen entstehen im W3C und anderen Standard-Bodies. Wir müssen uns daran anpassen. Einen genauen Zeitpunkt anzugeben ist deswegen schwierig", erklärte J2EE Product Line Manager Ralph Galantine. Der Java Community Process (JCP) arbeitet seit letztem Jahr an Version 1.4.

Für Sun und seine Partner ist die Verzögerung im Kampf um Marktanteile nicht ungefährlich, denn Microsoft hat sein "Visual Studio .Net" seit Februar im Markt. Sun-Partner müssen nach Freigabe von J2EE 1.4 erst noch die entsprechende Zertifizierung erreichen, was erfahrungsgemäß einige weitere Monate dauert. Industrieweite, standardbasierte Web-Services auf Java-Basis wird es daher wohl nicht vor Frühjahr bis Mitte kommenden Jahres geben - damit fiele Java ein Jahr hinter Microsoft und .Net zurück. (tc)

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