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Jaguar für Profis

11.09.2002 | 12:58 Uhr |

Mit einer Keynote eröffnete Phil Schiller gestern abend in San Francisco die Seybold Seminars. Anders als Steve Jobs in Paris warb der Apple-Vize bei Profis um den Umstieg auf Mac-OS X.

München/Macwelt - Nachdem Steve Jobs am Vormittag in Paris die Apple Expo mit einer an Consumer gerichteten Keynote eröffnet hatte, ging Apple-Vizepräsident Phil Schiller bei der Eröffnung der Publishing-Messe Seybold Seminars in San Francisco mehr auf die professionellen Aspekte von Mac-OS X 10.2 ein. Apples Marketingleiter war die im letzten Monat vorgestellte Power Mac Linie nur ein Nebensatz wert, ebenso ging er kaum auf die jüngste iApplikation iCal ein, die seit gestern auf den Apple-Servern zur Verfügung steht. Stattdessen stellte Schiller heraus, wie Mac-OS X 10.2 Print-Publishern und Designern bei der Arbeit hilft.
Quartz Extreme, so Schiller, helfe durch die Umverteilung der Last auf den Grafikchip dabei, an Performance zuzulegen, während mit Quicktime 6 der neue Kompressionsstandard JPEG 2000 Einzug hält. Inkwell ist laut Schiller dazu konzipiert, über Grafiktabletts Text handschriftlich einzugeben, den etwa Photoshop direkt nützen könne. Image Capture, das Heimanwender zu Gunsten von iPhoto eher vernachlässigen, diene dem Profi als "systemweites Tool zur Akquise von Bildern". Mit integrierter TWAIN-Schnittstelle dient Image Capture auch als Scan-Programm. Den größten Applaus bekam Schiller für seinen Vortrag über Schriften in Jaguar. Die eingebauten Rasterer für True-Type- Postscript- und Opentype-Schriften sorgten ebenso für Begeisterung wie die neue Charakter-Palette die sich zu KeyCaps verhalte wie Arnold Schwarzenegger zu einem Kind: "Sie ist gewachsen und gut gefüttert."
Das Farbmanagement Color Sync hat Apple nun fest mit dem Kern seines Betriebssystems verknüpft, "es ist nicht darauf gesetzt, es ist eingebaut," beschreibt Schiller die neue Architektur. Apple Script, das in Mac-OS X 10.2 neue Funktionen bekommen hat, soll sich nu verstärkt an Profis richten, die ihren workflow damit verbessern können. Der Produktmanager für Mac-OS X, Chris Burdon, demonstrierte die Vorzüge der Skriptsprache, indem er mit ihrer Hilfe ein Portfolio aus digitalen Bildern mit iDVD zusammen stellte.

Wie schon der Apple-CEO einige Stunden zuvor gab Schiller bekannt, dass die Druckerhersteller Epson, Hewlett-Packard, Lexmark, Xerox und Canon die neue Technologie Rendezvous in ihre neuen Drucker integrieren werden, ging dann aber auch auf das neue Printsystem CUPS (Common Unix Print System) ein, das Verbesserung vor allem für Publisher bringen soll.

"Mac-OS X ist bei weitem die beste Publishing- und Design-Plattform", zog Schiller sein Fazit. Bis Ende des Jahres hofft Apple, dass 5000 kommerzielle Programme für Mac-OS X zur Verfügung stünden, 3900 seien es zu diesem Zeitpunkt. So war der Entschluss, neue Macs ab Januar 2003 nur noch in Mac-OS X booten zu lassen, "der nächste logische Schritt" bei der Migration zu Mac-OS X. Bis Ende 2003 sollen den derzeit 3 Millionen Mac-OS X-Anwendern weitere 2 Millionen hinzugekommen sein und so 20 Prozent der installierten Basis mit dem Apple-Unix arbeiten. pm

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