Von Redaktion Macwelt - 04.01.2012, 07:53

Jahresrückblick: Das war 2011

Oktober: Siri kommt, eine Legende geht

Am 4. Oktober zeigt Apple endlich das neue iPhone 4S, eine evolutionäre Entwicklung mit revolutionärer Software. Hoffnungen auf den nächsten öffentlichen Auftritt von Steve Jobs erfüllen sich nicht - einen Tag später verliert er den Kampf gegen den Krebs.

iPhone 4S mit Siri, neuer iPod Nano und Touch, iOS 5 mit iCloud

In einem etwas kleineren Rahmen als in den letzten Jahren zeigt Apple der Presse das neue iPhone. Entgegen der Erwartungen der meisten Beobachter heißt es iPhone 4S und nicht iPhone 5, bringt aber bemerkenswerte Neuerungen wie Spracherkennung und 8-Megapixel-Kamera. Kaum verändert ist heuer das iPod-Line-Up mit einem Nano in sieben Farben und einem iPod Touch auch in weiß. Ein Platz in der der ersten Reihe der Town Hall bleibt frei - für immer.
Das iPhone 5, das als fünftes Modell des Apple-Smartphones von der Nomenklatur bestens zu iOS 5 gepasst hätte, wird Apple erst zu einem späteren Zeitpunkt bringen, vielleicht nächstes Jahr. Die neue, die fünfte Generation des iPhone heißt iPhone 4S. Das neue Apple-Handy bringt aber neben einem Dual-Core-Prozessor vor allen Dingen Verbesserungen bei der Kamera - und in einer Betafassung einen vielversprechenden Sprachassistenten der so heißt, wie die von Apple übernommene Herstellerfirma: Siri.
Moscone Center und Yerba Buena Center in San Francisco, die Apple gerne zu diesen Zwecken nutzt, sind bereits anderweitig belegt, das "Town Hall Theater" an Apples Firmensitz in Cupertino ist dennoch ein Ort mit Geschichte: Vor zehn Jahren sah dort der iPod das Licht der Welt, zuletzt hatte Apple im Oktober 2008 die Unibody-Macbooks vorgestellt.

iOS 5 und iCloud

Das neue Betriebssystem für iPhone, iPad und iPod Touch iOS 5 hatte Apple bereits im Juni zu seiner Entwicklerkonferenz ausführlich vorgestellt, Neuheiten waren also nur wenige zu erwarten. Die wesentliche Information zu iOS 5: Am 12. Oktober wird es das neue mobile Betriebssystem als kostenlosen Download geben, das System läuft auf iPhone 3GS, iPhone 4, iPad, iPad 2 sowie den letzten beiden Generationen des iPod Touch. Und natürlich auch dem neuen iPhone und iPod Touch, die da noch kommen sollten.
iCloud wird zum gleichen Termin wie iOS 5 starten und soll nicht nur als Backupsystem für Apps dienen, sondern auch zwischen Geräten synchronisieren und Mediendaten vorhalten, die man auf iPad, iPhone und Mac laden kann, denn auch Lion ist mit iCloud kompatibel. iCloud ist kostenlos.

iPod Nano in siebter Generation, iPod Touch in weiß

Der neue iPod Nano der mittlerweile siebten Generation bringt lediglich einige Änderungen im Design, der Integration von Multitouch und der Software. Der iPod Nano kostet 129 Euro mit 8 GB Kapazität und 149 Euro mit 16 GB. Erhältlich ist der Nano - der im quadratischen Formfaktor von 2010 bleibt - nun in sechs Farben und einer Product-Red-Variante.
In schwarz oder weiß bietet Apple nun den iPod Touch an, in den drei Kapazitäten von 8 GB, 32 GB und 64 GB für 189, 289 und 389 Euro. iPod Shuffle und iPod Classic bleiben unverändert im Programm, Apple sieht weder die Notwendigkeit einer Überarbeitung noch der Einstellung der Produktreihen.

iPhone 4S statt iPhone 5

An sich ist die Bühne perfekt für das iPhone 5 vorbereitet: Die fünfte Generation des iPhone, die mit iOS 5 zur Auslieferung kommt und den von Apple entwickelten Chip A5 im Inneren werkeln hat. Das neue iPhone heißt aber iPhone 4S. "S" steht - wie seinerzeit beim iPhone 3GS - für "Speed", das Gehäuse ist gegenüber dem des iPhone 4 kaum verändert. Am auffälligsten ist noch das Antennendesign, das man aber schon von der CDMA-Version des iPhone 4 kennt.
Der Dualcore-Chip A5 verspricht für das iPhone 4S die bis zu siebenfache Leistung des Vorgängers, dabei hilft ein Dual-Core-Grafikchip. Insbesondere bei Spielen soll sich der Unterschied bemerkbar machen.
Während viele davon enttäuscht sein dürften, dass es mit der "tränenförmigen Form" und der Aluminiumrückseite nichts geworden ist, bringt das iPhone 4S einige technische Neuerungen, die es von seinem Vorgänger unterscheiden: Die Batterielaufzeit will Apple auf bis zu acht Stunden beim Telefonieren über 3G erhöht haben (und 40 Stunden beim Hören von Musik), zwei Antennen wechseln sich nach Bedarf ab und der Funkchip versteht sich auf CDMA und GSMA- es gibt also nur noch eine Variante, das "World Phone". Die Kamera hat nun eine Auflösung von 8 Megapixeln und soll noch stärker mit Kompaktkameras konkurrieren als die des iPhone 4.
Der Backlit-CMOS-Sensor der Kamera soll 73 Prozent mehr Licht erhalten als der des Vorgängers und um ein Drittel schneller arbeiten. Das Objektiv verlässt sich auf fünf Linsen, der Chip soll zwei- bis dreimal schneller Fotos schießen können als es mit anderen Handys der Fall ist. Die Software der Kamera beherrscht laut Apple Gesichtserkennung und automatischen Weißabgleich.
Videos nimmt die Kamera nun in der HD-Qualität 1080p auf, der Hersteller verspricht eine Echtzeit-Bildstabilisierung und Rauschreduktion.

iPhone, Speak to me!

Die titelgebende Neuerung der Veranstaltung ist der Sprach-Assistent Siri, der Befehle des Nutzers versteht und darauf reagiert. So kann das iPhone 4S auf Anfrage etwa die aktuelle Wetterprognose ausgeben. Siri beindruckt mit seiner künstlichen Intelligenz, so antwortet der Assistent auf die Frage nach einem griechischen Restaurant in Palo Alt etwa, er habe fünf gefunden und sie nach Bewertungen geordnet, demonstrierte Apples Scott Forstall. Auf Wunsch liest Siri auch Textnachrichten vor, man kann den "bescheidenen persönlichen Assistenten" (Eigenauskunft Siri) aber auch zum Diktat rufen und E-Mails verfassen lassen. Siri sucht aber auch nach Begriffen in Wikipedia oder auf anderen Seiten. Zu Beginn wird Siri nicht nur britisches und amerikanisches Englisch verstehen, sondern auch deutsch und französisch. Siri läuft - als Beta-Version - nur auf dem iPhone 4S.
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