Von Redaktion Macwelt - 03.01.2012, 07:50

Jahresrückblick: Das war 2011

September: Die Ruhe vor dem Sturm

Der September bringt ruhiges Spätsommerwetter, es überschlagen sich jedoch Gerüchte über das kommende iPhone oder deren zwei. Das iPad bekommt von unerwarteter Seite Konkurrenz: Amazon kann mit Inhalten glänzen.

Amazon zeigt vier neue Kindle

Amazon stellt vier neue "Kindle"-Geräte vor, mit denen Kunden die vom weltgrößten Einzelhändler verkauften digitalen Inhalte konsumieren können. Das iPad greift Amazon damit zwar nicht direkt an, doch erweist sich das Kindle Fire als erste ernstzunehmende Alternative zu Apples Tablet.
Das aufgefrischte Kindle-Lineup besteht aus einem neuen, tastaturlosen Einstiegsmodell, dem neuen "Kindle Touch" in einer Wi-Fi- und einer 3G-Variante sowie dem "Kindle Fire" mit Farbbildschirm. Touch und Fire sind fürs Erste ausschließlich in den USA erhältlich, bis Jahresende ist nichts über einen Verkaufstermin in Europa bekannt.
Der Einstiegs-Kindle hat ein augen- und akkuschonendes E-Ink-Display mit 6 Zoll Diagonale und 600 x 800 Pixel Auflösung bei 167 ppi. Das 170 Gramm schwere Gerät speichert in seinen 2 Gigabyte internem Speicher - davon sind 1,25 GB für Nutzerinhalte verfügbar - bis zu 1400 E-Books, die man über eine WLAN-Verbindung laden kann. Außerdem ist ein USB-Anschluss (micro-B) an Bord. Amazon verkauft dieses Modell in den USA für 79 Dollar mit Werbeeinblendungen und für 109 Dollar ohne. In Deutschland kostet es mit deutscher Menüführung 99 Euro.
Der Kindle Touch hat ebenfalls ein E-Ink-Display mit 6 Zoll Diagonale, 600 x 800 Bildpunkten und 167 ppi. Er lässt sich allerdings mit Multi-touch-Gesten bedienen. Sein interner Speicher ist mit 4 GB doppelt so groß wie beim Basismodell; auch die Akkulaufzeit ist mit zwei Monaten doppelt so hoch wie die des Einstiegs-Kindles. Mit 213 Gramm ist der Kindle touch allerdings auch ein wenig schwerer. Die Variante nur mit Wi-Fi-Connectivity kostet mit/ohne Werbeeinblendungen in den USA 99/139 Dollar. Mit seinem integriertem 3G-Modem ist der Kindle Touch 3G sieben Gramm schwerer und schlägt mit 149/189 US-Dollar zu Buche. Er nutzt in den USA das 3G-Mobilfunknetz von AT&T.
Für Kunden, denen der Sinn eher nach bunten und bewegten Bildern steht, gibt es für 199 Dollar den Kindle Fire - allerdings erst ab Mitte November. Der Fire läuft mit Android als Betriebssystem und wird von einem nicht näher spezifizierten Dual-Core-Prozessor befeuert. Sein Display mit 7 Zoll Diagonale und IPS-Technik ist entspiegelt, löst 1024 x 600 Pixel bei 169 ppi auf und kann gut 16 Millionen Farben darstellen. Das 413 Gramm schwere Gerät hat 8 GB internen Speicherplatz und Wi-Fi an Bord, es gibt aber weder Kamera(s) noch Mikrofon und (vorerst?) keine Variante mit Mobilfunk.
Eine Besonderheit des Kindle fire ist sein Webbrowser "Silk". Dieser zeigt im Prinzip Seiten (laut FAQ übrigens auch solche mit Flash-Inhalten) an, die zuvor auf der Cloud-Infrastruktur der Amazon Web Services (AWS) gerendert wurden. Das schont Rechenleistung und Akku des Endgeräts. Amazon tut zwar geradezu so, als hätte es mit Silk das Browser-Rad neu erfunden, die norwegische Browserschmiede Opera macht mit "Opera mini" und "turbo" allerdings schon seit Jahren im Prinzip nichts anderes
Die bisherigen Kindle-Modelle mit Tastatur (diese gibt es auch in Deutschland mit Wi-Fi/3G für 119/159 Euro) und der größere "Kindle DX" bleiben weiter im Angebot.
Das Kindle Fire erobert zu Jahresende den zweiten Platz im US-Tablet-Markt, jedoch mit deutlichem Abstand auf Apples iPad. Apple heißt den neuen Mitspieler willkommen und sieht ihn nicht als Konkurrenten an. Im Gegenteil: Das Kindle Fire werde dem Markt neue Kundschaft zuführen, wer dann ein Tablet mit mehr Möglichkeiten wolle, werde höchstwahrscheinlich zum iPad greifen, erklären Tim Cook und Peter Oppenheimer gegenüber Analysten.
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