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Apple warnt: Jailbreaking gefährdet Mobilfunk

30.07.2009 | 06:40 Uhr |

Apple hat der Behörde Copyright Office in den USA dargestellt, dass Jailbreaking zu schweren Störungen in Mobilfunknetzen führen könne. Ausfälle von Sendemasten oder kostenlose und anonyme Handytelefonate könnten die Folgen sein.

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Laut IDG News Service reichte Apple seine Einlassungen zum Thema Jailbreaking bereits am 23. Juni ein, im Zuge einer regelmäßigen Überprüfung des US-Urheberrechts. In Sachen jailbreaking argumentiert etwa die Verbraucherschutzorganisation Electronic Frontier Foundation gegen Apple. Die Modifikation des iPhone-Betriebssystems, um Fremdsoftware auf das iPhone zu installieren, verstoße nicht gegen den Digital Millenium Copyrights Act (DMCA). Apple sieht das naturgemäß anders und beharrt darauf, dass der DMCA verbietet, Kopierschutzmechanismen auszuhebeln. Apple missbillige Jailbreaking, lasse es aber bisher nicht strafrechtlich verfolgen.

Der iPhone-Hersteller Apple verweist in seinem Szenario auf die Möglichkeit, dass Hacker in einem modifizierten Betriebssystem Zugriff auf den Baseband Processor (BBP) des iPhones erhalten könnten. Dieser kontrolliere die Verbindungen zum Netz des Providers und gewährleiste unter anderem die korrekte Übertragung der ECID (Exclusive Chip Identification) an den nächsten Mobilfunkmasten. Manipuliere man diesen Prozess, könnten Hacker Telefonate anonymisieren oder an den Gebührenzählern vorbei dirigieren. Vor allem Kriminelle könnten davon profitieren. Hätten gar mehrere Telefone die gleich ECID erhalten, könnte dies zu massiven Fehlfunktionen der Übertragungsstationen führen, Netzausfälle wären die Folge. Apple vergleicht die Kontrollgewinnung über den BBP mit dem Einbruch in die Firewall eines Unternehmensrechners.

Noch in diesem Jahr will das Copyright Office zum Thema Jailbreaking offiziell Stellung nehmen.

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