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Januar: Das iPhone prägt das Jahr 2007

24.12.2007 | 11:00 Uhr |

Erste Gerüchte über ein Apple-Handy waren 2002 laut geworden, im Vorfeld der Macworld Expo 2007 verdichten sie sich jedoch: Steve Jobs stellt tatsächlich das iPhone der Öffentlichkeit vor. Das ganze Jahr sollte sich die Mac-Welt um den neu aufgegangenen Stern drehen.

Das iPhone hinter Glas
Vergrößern Das iPhone hinter Glas

Nach den üblichen Updates zum Geschäft mit Macs, iPods und weitere Hardware sowie Versprechungen zu Mac-OS X 10.5 Leopard, die Apple schlussendlich in punkto Liefertermin nicht halten kann, wird Steve Jobs zum Höhepunkt seiner Keynote zur Macworld Expo pathetisch. Mit dem iPod habe man fünf Jahre zuvor eine Revolution losgetreten, die man heute auf eine neue Stufe stellen werde, und zwar mit drei Geräten: „Einem iPod mit Touchscreen, einem Telefon und einem revolutionären Internetgerät.“ Die drei Begriffe wiederholt Steve Jobs mehrmals, bis dem letzten Zuhörer im Moscone-Center in San Francisco klar ist, dass Steve Jobs nicht irgendein „one more thing“ beiläufig aus dem Ärmel zu ziehen gedenkt. „Diese drei Geräte sind eines und wir nennen es – iPhone“. Tatsächlich traut sich Apple, seinen lang erwarteten telefonierenden iPod so zu benennen, obwohl die Cisco-Tochter Linksys erst wenige Wochen zuvor eine Reihe von VoIP-Telefonen dieses Namens vorgestellt hatte. Die Namensgleichheit der Telefone sollte die Juristen beider Unternehmen auch eine Weile beschäftigen, bis sich Apple und Cisco auf die gemeinsame Nutzung des Namens einigen.

Was Jobs auf der Bühne des Moscone Centers vorführt, ist in der Tat revolutionär, weniger wegen seiner Fähigkeiten, sondern wegen des Nachrichtenwertes. Als hätte Apple das Mobiltelefon völlig neu erfunden, bestimmt das iPhone im kompletten Jahr 2007 die Nachrichten. Dabei ist es im Januar 2007 noch längst nicht erhältlich, der Apple-CEO verspricht die Markteinführung in den USA im ersten Halbjahr, Europa sollte im Herbst und Asien erst 2008 folgen.

Apple kooperiert bei dem iPhone mit der AT&T-Tochter Cingular Wireless, in den USA ist das Telefon nur über den führenden Mobilfunkprovider zu haben und in dessen Geschäften oder in den Apple Stores zu erwerben. Mit an Bord sind jedoch auch die Internetfirmen Yahoo und Google. Yahoo stellt allen iPhone-Nutzern kostenlose IMAP-E-Mail-Accounts mit Push-Funktion zur Verfügung, Google hat mit Apple einige Services für das unter Mac-OS X laufende iPhone entwickelt, etwa Google Maps oder Location Services: Dem iPhone-Nutzer sagt das Telefon, wo genau er sich aufhalte und verbindet ihn auf Wunsch etwa mit dem nächstgelegenen Restaurant.

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