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Java soll Microsoft-Vormacht im Internet verhindern

05.06.2001 | 00:00 Uhr |

Sun-Präsident Ed Zander hat am gestrigen Montag die Fachkonferenz JavaOne in San Francisco eröffnet, auf der in dieser Woche 20 000 Software-Entwickler zusammenkommen. Dabei warnte Zander vor einem aus Redmond kontrolliertem Internet.

Das kalifornische Computerunternehmen Sun
Microsystems will mit der Programmiersprache Java eine
Vormachtstellung der Microsoft Corp. im weltweiten Datennetz
verhindern.

«Das Internet muss offen bleiben», forderte Sun-Präsident Ed
Zander am Montag (Ortszeit) in San Francisco auf der Fachkonferenz
«JavaOne». Die Situation sei vergleichbar mit der aus dem Jahr 1996,
als der weltgrößte Softwarekonzern mit seinem Web-Browser Internet
Explorer die Konkurrenz verdrängt habe.

Auf der Konferenz, an der rund 20 000 Software-Entwickler
teilnehmen, stellte Sun sein Konzept für vernetzte Programme auf der
Basis von Java vor. Mit Hilfe der Programmiersprache können die
verschiedensten Geräte untereinander Daten austauschen. Die Software-
Architektur «SunOne» für Internetdienste («Web services»), die
Programme und Web-Angebote über das Internet verknüpft, konkurriert
mit der Microsoft-Plattform «.Net» (Dot-Net). Zander warnte, der
Einsatz von Microsoft-Technologien wie «Active Directory» oder
«HailStorm» bereiteten den Weg zu einem von Microsoft kontrollierten
Internet.

Microsoft wies die Sun-Vorwürfe zurück und verteidigte das «.Net»-
Konzept: «Die Java-Gemeinschaft fällt immer weiter auseinander»,
sagte John Montgomery, der zuständige Produktmanager. Java sei nicht
mit den Funktionen ausgestattet, um vernetzte Programme für
Unternehmen («enterprise applications») bauen zu können.

Auf der JavaOne kündigte der japanische Elektronikkonzern Sony an,
Java künftig auf der Spielekonsole «Playstation 2» einzusetzen. Damit
sollen Spieler künftig über das Internet «chatten» und miteinander
spielen können. Auf der Konferenz wurden weiterhin mehrere
Mobiltelefone präsentiert, die auf Java-Basis zu umfangreichen
Kommunikationsterminals ausgebaut werden.
dpa

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