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Java soll wichtiger Bestandteil des Mac-OS werden

22.05.1998 | 00:00 Uhr |

Die letzte Entwicklerkonferenz in San Jose läßt keinen Zweifel mehr zu: Apple setzt auf Suns Internet-Programmiersprache Java. Während bisher Java auf dem Mac eher eine Randerscheinung und aufgrund der geringen Ausführungsgeschwindigkeit völlig unakzeptabel war, schlägt man nun in Cupertino neue Töne an.

Java soll schneller werden

Apples wichtigstes Ziel, den Marktanteil auszubauen und profitabel zu bleiben, erreicht man nur, wenn man offene und überlegene Lösungen anbieten kann. Daß Java auf dem Mac bislang weder offen noch überlegen war, zeigen die Kompatiblitätsprobleme von Java-Applets (Miniprogramme) in unterschiedlichen Browsern (mit unterschiedlichen Virtual Machines) und die Performance-Ergebnisse auf der Web-Seite von Pendargon Systems. Hier liegen zum Mißfallen von Steve Jobs ausschließlich Windows- und Unix-Systeme auf den vorderen Plätzen. Von Apple-Systemen ist weit und breit nichts zu sehen. Schade eigentlich, Apples Hardware-Architektur wäre zu mehr in der Lage.

Um diesen Zustand abzuschaffen, schloß Apple jüngst ein Java-Lizenz-Abkommen mit Microsoft, das zum Ziel hat, eine schnelle Virtual Machine und J/Direct-Zugriffe (Betriebssystem-Aufrufe) für die Mac-Gemeinde zu entwickeln. Nun kommen zwei weitere Entscheidungen hinzu: Apple portiert das Java-Plug-in von Sun, das Anwendern die Freiheit geben soll, die jeweils schnellste Virtual Machine im Browser der Wahl zu benutzen und Apple lizenziert Symantecs Just in Time (JIT) Compiler für Java.

MRJ 2.1 im September

Bereits im September 1998 soll die erste integrierte Version der Mac OS Runtime for Java (MRJ) im Internet erhältlich sein. Laut Apple soll die neue MRJ-Version bis zu 300 Prozent schneller sein, als die aktuelle Version 2.0. Zwar reicht dieses Ergebniss noch nicht, um die Windows-Rechner in die Schranken zu weisen, dennoch verläßt Apple damit die Hinterbänkler-Rolle in der Java-Welt.

Daß Apple im Kampf um die jeweils aktuelleste Java Virtual Machine nicht alleine dasteht, geben die Aussagen von IBM-Ingenieuren zu verstehen, denen das Entwicklungstempo von Sun ebenfalls zu rasant ist. Auf Suns Java-Entwicklerkonferenz stellte man bereits die neue Version 1.2 des Java Development Kits (JDK) vor. Apple und andere Firmen arbeiten derzeit an der Version 1.1.6, die auch von MRJ 2.1 unterstützt werden soll. In MRJ 3.0, das für 1999 geplant ist, soll dann die Unterstützung für den derzeit aktuellen JDK-Standard 1.2 erfolgen.

Martin Stein

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