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JavaOne: 22000 Entwickler in San Francisco

08.06.2000 | 00:00 Uhr |

Der größte Entwickler-Konvent der Welt, die Java Developer Conference "JavaOne", öffnete am Dienstag in San Francisco seine Tore. Über 22000 Entwickler nehmen an der viertägigen Java-Veranstaltung teil.

Rekordverdächtig ist nicht nur die Teilnehmerzahl, sondern auch die Prominenz. Während der Eröffnungsrede von Sun-CEO Scott McNealy gaben sich Apple-Legende Steve Jobs und Basketball-Star Magic Johnson ein Stelldichein. Steve Jobs betonte die besondere Bedeutung von Java 2, das Apple in der Standard Edition mit jeder Mac-OS-X-Kopie ausliefern wird. Der Apple-Chef und Scott McNealy scherzten nicht nur über die fehlerhaften Java-Implementierungen in älteren Mac-OS-Versionen, sondern versprachen auch eine enge Kooperation in der Zukunft.

Besonders hob Sun während der Veranstaltung das neue Java Community Process Program (JCP) hervor, das die weitere Entwicklung der Java-Programmiersprache regeln soll. Ein Gremium von 15 Firmen wacht in Zukunft über die Vergabe von Java-Spezifikationen. Zehn der 15 Mitglieder wurden von Sun ausgewählt, die restlichen fünf sind freie Vertreter. Der offizielle JCP-Start ist nach Angaben von Sun am 19. Juni 2000. Im Herbst, so Sun während einer Presseveranstaltung, soll sich das Gremium öffentlichen Wahlen stellen.

Das Ziel von JCP ist, Java-Enwicklern mehr Mitspracherechte bei der API-Entwicklung einzuräumen. Zu den derzeitigen Interims-Teilnehmern gehören Apache, Apple, Motorola, Hewlett-Packard, IBM, Siemens und andere bedeutende Unternehmen.

Bereits eine Spezifikation des JCP-Programms feierte auf der fünften Java-Entwicklerkonferenz ihre Prämiere: Mit dem Java Network Lauchner Protocol (JNLP) ist es fortan möglich, Java-Anwendungen im Web-Browser anzuklicken und dann als eigenständige Anwendungen zu starten. Unter der Bezeichnung "Java Web Start" (JWS) präsentierte Sun diese Neuerung der Öffentlichkeit. JWS soll zunächst Windows (95, 98, NT, 2000), Linux und Solaris unterstützen. Eine Macintosh-Version steht jedoch ebenfalls auf der Agenda.

Im Web-Bereich präsentierte Sun neben der JWS-Technologie auch eine XML-Messaging-Integration. Gegenüber der Fachpresse teilte das Unternehmen mit, dass es im Rahmen des JCP-Programms derzeit an den finalen Spezifikationen einer Java API für XML Messaging arbeite. Diese Technologie soll den Austausch von XML-Dokumenten regeln und insbesondere Mechanismen zur Identifizierung von Sender und Empfänger bereitstellen.

Die Java API für XML Messaging soll nach Angabe des Herstellers jedoch auch zahlreiche andere XML-Messaging-Dienste unterstützen, darunter die zukünftigen ebXML-Standards, die in Zusammenarbeit zwischen OASIS und dem United Nations Centre for Trade Facilitation and Electronic Business (UN/CEFACT) entstanden sind.

Martin Stein

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