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DSL-Offensive kostet Vodafone 100 Millionen Euro

25.02.2008 | 11:16 Uhr

Die aktuelle DSL-Offensive von Vodafone kostet den britischen Mobilfunkbetreiber einem Pressebericht zufolge rund 100 Millionen Euro in den nächsten drei Jahren.

Das gehe aus der Mittelfristplanung hervor, berichtete die "WirtschaftsWoche" unter Berufung auf das ihr vorliegende Papier. Die hohen Kosten seien Folge der ungewöhnlich großzügigen Subventionierung neuer DSL-Anschlüsse durch Vodafone . Während Deutschland-Chef Friedrich Joussen bislang darauf geachtet habe, dass alle Produkte eine gute Rendite abwerfen, weiche Vodafone erstmals von dieser Vorgabe ab. Um Marktanteile bei schnellen Internet-Anschlüssen zu gewinnen, subventioniere Joussen seit vergangener Woche jeden DSL-Kunden mit rund 600 Euro und gebe damit mehr für die Akquisition von Kunden aus als jeder andere Anbieter. So bekämen Vodafone-Kunden den DSL-Anschluss die ersten sechs Monate geschenkt und noch eine Gutschrift über 100 Euro.

Grund für die Offensive seien die schlechten Ergebnisse des vergangenen Jahres. Vodafone habe 2007 die Planziele deutlich verfehlt und nur 110.000 DSL-Kunden gewonnen. Geplant gewesen seien hingegen 340.000. Jetzt sollen die Vodafone-Shops dem Bericht zufolge pro Tag 1000 DSL-Verträge abschließen. Die Millionenverluste fielen vor allem deshalb an, weil Vodafone jeden DSL-Anschluss für rund 20 Euro pro Monat bei der Festnetz-Tochter Arcor einkaufe. Joussen wolle deshalb möglichst schnell die Anteile der Arcor-Minderheitsgesellschafter Deutsche Bahn (18,2 Prozent) und Deutsche Bank (8,2 Prozent) übernehmen und das Festnetz komplett mit dem Mobilfunkgeschäft verschmelzen. Dann ließen sich die Fixkosten auf 10,50 Euro pro DSL-Anschluss und Monat halbieren. (dpa/tc)

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