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Jetzt gibt' s was auf die Ohren: iTunes

10.01.2001 | 00:00 Uhr |

Kostenlos bietet Apple Musiksoftware an, die Sounddateien von CDs einliest, MP3s verwaltet und selbst zusammengestellte Playlists auf Audio-CD brennt. Was als "iMusic" in der Gerüchteküche gebrodelt hat, ist jetzt als "iTunes" gar.

Eines der Highlights der Keynote war die Vorstellung der Musiksoftware iTunes, die man unter www.apple.com/itunes/download/index.html kostenlos herunterladen kann. Der Installer befindet sich auch auf der iDisk im Ordner "Software". Bei der Installation scannt iTunes den Rechner nach MP3-Dateien, die sich später mit Hilfe der integrierten Suchfunktion schnell in die aktuelle Playlist übertragen lassen. ITunes spielt MP3-Dateien sowie Internet-Radio, rippt Audio-CD's zu MP3-Dateien und brennt zusäztlich CD's. Man erstellt seine eigenen Playlists, die man per Drag-and-drop editieren kann. iTunes läuft zwar unter Mac-OS X, jedoch nur mit Classic-Unterstützung. Optisch kommt das Programm ganz im Mac-OS-X-Look daher. Klickt man den CD-Brennen-Knopf, öffnet sich der Button wie eine Blende beim Fotoapparat und gibt das schwarz-gelbe Brennensymbol ("Burn CD") frei. Da die Software derzeit nur G4-Rechner mit Superdrive unterstützt, sucht sie vergebens nach einem Brenner und gibt nach einiger Zeit auf, was sie aber nicht daran hindert, die Musik weiterzuspielen. Auf der Keynote versprach Steve Jobs, die Plug-ins für die gängigen CD-Brenner nachzuliefern. Der Versuch, eigene Internet-Radiosender in die Liste aufzunehmen, scheitert im ersten Macwelt-Test. Zwar zeigt iTunes den gewünschten Sender an, spielt jedoch die Musik nicht ab. Diesen Mangel können wir fürs erste verschmerzen, da die voreingestellte Liste der Radioanbieter sehr umfangreich ist. Ein netter Effekt sind die aus Sound Jam bekannten "Visuals", die auf Befehl bunte Equalizer-Bilder zeigen. Unter Mac-OS X laufen diese Bilder allerdings immer nur wenige Sekunden, danach verschwinden sie und wollen neu aufgerufen werden. Im klassischen Mac-OS 9 läuft der Equalizer in gewohnter Farbenpracht. Fazit: Der erste Eindruck von iTunes ist sehr gut. Apple hat mit dieser Software den Anspruch, intuitiv bedienbare Oberflächen zu schaffen, konsequent weitergeführt. Dass der Mac-Hersteller die umfangreiche Software umsonst zur Verfügung stellt, kommt allen Anwendern zu Gute. Wenn die erforderlichen Plug-ins zum CD-Brennen jetzt zügig erhältlich sind, kann sich iTunes als Standardmusikprogramm etablieren, das auf keinem Mac fehlen darf. dc

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