873346

Jetzt zocken die Italiener

24.08.2000 | 00:00 Uhr |

In Italien läuft an diesem Donnerstagmittag die
Bewerbungsfrist für die UMTS-Lizenzen ab. Um die fünf
ausgeschriebenen Lizenzen wollen sich die vier Mobilfunkbetreiber
Tim, Omnitel, Wind und Blu und zwei internationale Konsortien
bewerben. Bis Mittwochnachmittag hatte lediglich der zum britischen
Vodafone-Konzern gehörende Mobilfunkbetreiber Omnitel eine Bewerbung
vorgelegt. Während alle europäischen Konkurrenten der Deutschen
Telekom (DT) in Italien eine Lizenz ersteigern wollen, nimmt die DT
voraussichtlich nicht an der Ausschreibung teil.

Die Kosten für die italienischen UMTS-Lizenzen werden nach
Schätzungen von Branchenexperten bei rund 6 000 Mrd Lire (rund sechs
Mrd DM) liegen. Das ist wesentlich weniger als in Deutschland (knapp
100 Mrd DM) oder Großbritannien (75 Mrd DM). Welche Preise bei der
Versteigerung im Oktober tatsächlich erreicht werden, ist allerdings
noch offen. Zusätzlich zu den Kosten der UMTS-Lizenz rechnet
Omnitel-Chef Vittorio Calao mit Investitionen zwischen 7 000 und 9
000 Milliarden Lire. Bis zum 2. September will die Regierung
entscheiden, ob alle sechs Bewerber zur Versteigerung im Oktober
zugelassen werden.

Außer der DT sind alle großen europäischen Telekom-Konzerne an
einem der sechs Bewerber für die italienischen UMTS-Lizenzen
beteiligt. France Telecom kontrolliert gemeinsam mit dem Stromkonzern
Enel den Mobil- und Festnetzbetreiber Wind. Die Deutsche Telekom
musste sich von Wind im Juli verabschieden, nachdem Ron Sommer die
Partner mit seinem Fusionsversuch mit der Telecom Italia verprellt
hatte. Auch der Einstieg in das Konsortium Andala misslang. Nach
wochenlangen Verhandlungen mit der DT gaben die Andala-Chefs Renato
Soru und Franco Bernabe einer Beteiligung der chinesischen Hutchison
Whampoa den Vorzug.

British Telecom ist gemeinsam mit dem Medienunternehmer Silvio
Berlusconi und dem Textilhersteller Benetton am Mobilfunkbetreiber
Blu beteiligt. Am Konsortium Ipse beteiligen sich die spanische
Telefonica und die finnische Sonera. Über das Joint-Venture Atlanet
ist an Ipse auch der Autokonzern Fiat beteiligt.
dpa

0 Kommentare zu diesem Artikel
873346