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Job Ticket: Heißestes Drupa-Thema 2004

24.03.2004 | 13:58 Uhr |

Eines der heißesten Themen der Drupa, die zwischen 13. und 18. Mai die Druckbranche in Düsseldorf versammeln wird, ist das so genannte Job Ticket (Job Definition Format JDF).

Eines der heissesten Themen der Drupa, die zwischen 6. und 18. Mai die Druckbranche in Düsseldorf versammeln wird, ist das so genannte Job Ticket (Job Definition Format JDF). Seit mehr als 10 Jahren arbeiten führende Hersteller an einer Möglichkeit, einen Produktionsworkflow wirklich in allen Stadien kontrollierbar zu machen. Alle bisherigen Ansätze wie etwa Agfa Apogee-Lösung oder das maßgeblich von Enfocus entwickelte und vorangetriebene Format Certified PDF decken nur einen bestimmten Bereich der Produktion, nämlich die Herstellung ab. Ein weiteres Problem ist, dass viele Unternehmen ein eigenes Job Ticket entwickelt haben, was sich jedoch nicht mit anderen austauschen lässt. Ziel ist es jedoch, alle Bereiche vom Auftrag, über die Entwicklung einer Idee, über Kalkulation, Produktion und Ausgabe steuern und letztlich auch automatisieren zu können. Dazu müssen sich Daten einheitlich zwischen mehreren Teilnehmern austauschen lassen, etwa zwischen Kunde, Agentur, Grafiker, Prepress-Dienstleister, Drucker bis zum Spediteur, der die Drucksachen ausliefert.

Das neue Job Ticket

Jetzt scheinen endlich die größten Hindernisse überwunden zu sein, zur Drupa werden die Besucher erstmals die Gelegenheit haben, sich über den neuen Standard zu informieren und seine Implementierung bei den unterschiedlichsten Herstellern zu betrachten. Das jetzt präsentierte Job Definition Format wurde im wesentlichen von Adobe, Agfa, Heidelberger Druckmaschinen und MAN-Roland entwickelt, mittlerweile unterstützt jedoch eine Vielzahl weiterer Hersteller wie Enfocus, , Global Graphics, Onevision, Screen oder Markzware das Format. Dies ist auch eine der wichtigsten Voraussetzungen für den Erfolg des Job Tickets, denn nur wenn alle Ausgabegeräte das Format unterstützen und sämtliche involvierten Programme, egal ob für Grafik und Layout, Workflow oder zu Auftragsbearbeitung und Abwicklung, Schnittstellen dazu bieten.

Um das Projekt weiter verbreiten zu können, haben die vier Initiatoren das JDF an das CIP-4 Konsortium ( www.cip4.org ) übergeben, einen Zusammenschluss von knapp 200 Herstellern aus den Bereichen Druck und Druckvorstufe, der sich um die Integration von Abläufen in Druckvorstufe, Druck und Weiterverarbeitung bemüht (International Cooperation for the Integration of Processes in Prepress,Press and Postpress).

Kontrolle und Automatisierung von Abläufen

Auch wenn das Format PDF eine der wesentlichen Voraussetzungen für das Job Definition Format (JDF) in seiner heutigen Form ist, darf es damit nicht verwechselt werden. PDF beschreibt den Inhalt Dokumente, das XML-basierte JDF definiert den Auftrag und beschreibt alle nötigen Arbeitsschritte sowie Produktionsdaten etwa zu Menge, Farben, Papier oder Ausführung eines Druckauftrags. Darüber hinaus dienen die im Job Ticket festgelegten Daten auch dazu, JDF-konforme Ausgabegeräte zu steuern. So wird Agfa auf der diesjährigen Drupa erstmals die neue und JDF-kompatible Version seiner Workflow-Lösung Apogee Series3 vorstellen.

Dazu setzt JDF auf das von Adobe entwickelte Portable Job Ticket Format (PJTF) und das von der Cip3-Organisation (dem Vorläufer von Cip4) verabschiedete Print Production Format (PPF) auf. Während letzteres quasi als Container für den Austausch von Daten zwischen Druckvorstufe, Druck und Weiterverarbeitung dient, übernimmt das PJTF die Funktion eines digitalen Laufzettels mit allen produktionsrelevanten Angaben.

Praxisbeispiel Enfocus

Eine Möglichkeit, Job Ticket in schon vorhandene Workflows zu integrieren, wird beispielsweise Enfocus zeigen: "Das benutzte Job Ticket kann vom Dokument-Empfänger ohne großen Aufwand angepasst und vom Dokument-Erzeuger während des PDF-Erzeugungsprozeßes einfach ausgefüllt werden. Die unterschiedlichen Enfocus Produkte werden das Extrahieren von Job Ticket Informationen in verschiedenen Formaten unterstützen, um diese in Verwaltungs- oder Planungssysteme (MIS-Systeme) übernehmen zu können." (David van Driessche, Geschäftsführer Enfocus)

In der Praxis könnte das so aussehen, dass der Anwender sein PDF-Dokument schon nach den Definitionen des Job Tickets erstellt, da der Instant PDF Drucker neben den üblichen Einstellungen zu Ausgabe und Preflight auch schon Job Ticket unterstützt. Von da an könnte die Certified PDF Technologie genutzt werden, dass das Dokument auch weiter den Definitionen des Job Tickets entspricht. Wenn nicht, muss das Dokument erneut bearbeitet und korrigiert werden. Programme wie Instant PDF oder Pit Stop ermöglichen es, das Job-Ticket-Protokoll auch während der Produktion einzusehen, da sie die XML-Informationen aus dem PDF extrahieren können.

Info Enfocus Web www.enfocus.com

JDF Parc auf der Drupa

Der in diesem Jahr erstmals auf der Drupa stattfindende JDF Parc versammelt nicht nur die Firmen, die zur Drupa erstmals Produkte vorstellen, die den neuen Standard unterstützen, sondern gibt auch den Besuchern Gelegenheit, ganz konkret den Weg eines Jobs nachzuverfolgen und mit einem eigenen Jobticket die Stationen einer Produktion zu durchlaufen. Darüber hinaus wird die Cip4 zusammen mit der Messe Düsseldorf eine Reihe von Informationsveranstaltungen und Workshops zum Thema JDF durchführen.

Info Messe Düsseldorf Web www.drupa.de

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