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Jobs-Keynote zur WWDC – Das Protokoll

07.08.2006 | 15:02 Uhr |

Steve Jobs eröffnete im Moscone Center in San Francisco Apples Entwicklerkonferenz WWDC. Macwelt berichtete live von der Keynote. Lesen Sie hier das Protokoll der Übertragung.

18.55 Uhr: Unser Korrespondent Walter Mehl nimmt Platz im Auditorium.

19.00 Uhr: Es geht los. Mit einer Show des Schauspielers aus dem bekannten Mac-PC-Werbespot.

19.05 Uhr: Steve Jobs feiert die größte WWDC aller Zeiten. Teilnehmer aus 48 Ländern sind gekommen, um die 140 Sessions für Entwickler zu hören. 750.000 Entwickler sind bei Apple insgesamt registriert, an der WWDC nehmen 1.000 Apple-Ingenieure teil und 4.000 Entwickler. Zunächst erzählt Steve Jobs etwas über die eigenen Apple Stores und zeigt das neue Flaggschiff der Kette, den Laden auf der 5th Avenue in New York. 17 Millionen Besucher weltweit im letzten Quartal.

19.10 Uhr: Jetzt geht es um den Mac, deshalb sind ja alle zur WWDC gekommen. Das letzte Quartal war eines der erfolgreichsten für den Mac überhaupt, mit 1.327 Millionen verkauften Geräten, drei Viertel davon Intel-Macs. Insbesondere beim Marktanteil bei den Mobilen hat Apple deutlich zugelegt. In den USA hat sich der Marktanteil im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt - dank der Macbooks. Der Power Mac ist heute am Ende, es gibt einen Nachfolger, auf Intel-Basis. Phil Schiller zeigt den Mac Pro!

19.11 Uhr: Der Prozessor ist wie erwartet der Woodcrest, nicht der Core 2 Duo, der mit einer Taktrate von bis zu 3 GHz in den neuen Mac Pros arbeiten soll. In allen Modellen verbaut Apple zwei der Woodcrest-Prozessoren. Sprich: Die neuen Mac Pro arbeiten mit vier Prozessorkernen, was der Core 2 Duo nicht hätte leisten können. Woodcrest ist auch als Xeon bekannt.

19.13 Uhr: 1,3 Ghz Systembus für jeden Chip, 4 MB gemeinsam genutzten Level-2-Cache, 128-bit-Vektor-Engines ersetzen die Velocity Engine. Die Prozessoren arbeiten mit 64 Bit.

19.15 Uhr: Das Gehäuse bleibt wie gehabt, 4 PCI-Express-Slots sind an Bord. und Platz für vier Festplatten. Der Einstiegspreis beträgt 2.499 US-Dollar. 2,6 GHz-Dual-Prozessor, 256 MB RAM, mit Superdrive. Jobs und Schiller setzen den ersten Höhepunkt der Keynote sehr früh! Was mag da noch alles kommen?

19.17 Uhr: Dell verkauft vergleichbare Maschinen für 1.000 US-Dollar mehr. Der neue Mac Pro ist ab heute erhältlich. Jubel im Publikum der WWDC. Apple verspricht sich den Mac Pro für 1,6 bis 2,1 mal schneller als den G5.

19.20 Uhr: Auch neue Server stellt Apple vor, auf Mac Pro basierend, die bis zu fünfmal schneller sein sollen als die alten Xserve. Der Intel-Umstieg wäre also heute abgeschlossen.

19.22 Uhr: Die neuen Server (1 Höheneinheit) sind komplett als bto erhältlich, fünf Millionen verschiedene Konfigurationen sind theoretisch möglich. Nächstes Thema Mac-OS X.

19.25 Uhr: Erst fünf Jahre alt und schon kommt das fünfte Major-Update. Mac-OS X 10.4 Tiger war das bestverkaufte System bisher und jetzt steht Mac-OS X 10.5 Leopard vor der Tür. Die Umstellung des Tigers auf Intel war eine wahre Herkulesaufgabe, mit Millionen von Codezeilen, die angefasst werden mussten. Es gibt mittlerweile 19 Millionen Mac-User weltweit, die 3.000 Universal Apps zur Verfügung haben. Jobs lobt noch einmal die Entwickler, die hart für den erfolgreichen Umstieg gearbeitet haben.

19.27 Uhr: Apple verspottet die Konkurrenz ein wenig und vergleicht den Tiger mit Vista. Nur ist Vista noch nicht auf dem Markt und der Tiger bald überholt... Microsoft hat unter anderem versucht, Spotlight zu kopieren...

19.30 Uhr :Der Franzose Bertrand Serlet (Senior Vice President Software Engineering) führt weitere "Innovationen" in Vista vor, die der Tiger längst hat. Jetzt will Jobs aber die Innovationen in Leopard vorführen.

19.32 Uhr : Es gebe zwar noch Geheimnisse, die man nicht zeigen könne, aber einiges wolle man schon heute vorführen, etwa die systemweite 64-Bit-Unterstützung. 32-Bit-Anwendungen und auch 64-Bit-Anwendungen laufen ohne Probleme nebeneinander. Der Leopard ist 64-Bit-nativ.

19.35 Uhr: Neues Leopard-Feature: Time Machine. Da niemand Backups macht, erledigt das System das eben alleine. Jeder Zustand lässt sich so wiederherstellen. Fotos, Musik, Filme gehen nicht mehr verloren, auch wenn die Festplatte weg ist: Restore mit einem Mausklick, verspricht Apple.

19.38 Uhr: Sogar jede Änderung einer Datei sicher time machine in ein Backup. Wenn das mal nicht Performance kostet...Scott Forstall, vice president of Platform Experience, zeigt time machine live.

19.40 Uhr: Time Machine sichert auf externe Festplatte oder Server. Forstall zeigt, wie man seinen Datenbestand rückwärts betrachtet. Einfach Datum angeben und schon geht es "back into time!" Der Finder visualisiert die Zeitreise.

19.42 Uhr: Auch mit iPhoto lässt sich das demonstrieren, die versammelten Entwickler sind beeindruckt. Auch mit dem Adressbuch hat Apple Time Machine schon gekoppelt. Dritthersteller sollen ihre Software auch daran anflanschen können. Aber dazu sind die Entwickler ja nach San Francisco gekommen. Insgesamt sehr gute Stimmung im Saal!

19.45 Uhr: Boot Camp (500.000 Downloads bisher) ist das nächste Thema, fester Bestandteil von Mac-OS X 10.5. Auch Front Row und Photo Booth sind feste Bestandteile des Systems.

19.47 Uhr: Ja, der virtuelle Desktop hält auch Einzug in das System, unter dem Namen "Spaces". Jobs führt die neue Funktion selbst vor. Endlich mehr Platz auf dem Schreibtisch! Für unterschiedliche Aufgaben definiert sich Jobs unterschiedliche "Spaces". Einen Schreibtisch für Webdesign, einen für Mail, einen für Office...

19.50 Uhr: Spotlight soll jetzt auch besser werden und such auch auf angeschlossenen Macs im lokalen Netzwerk. Und selbstverständlich auch auf Servern.

19.52 Uhr: Neu: Recent Items stehen bei der Suche rechts oben

19.53 Uhr: Core Animation ergänzt Core Video und Core Audio und will Film, Foto und Musik zusammenbringen.

19.55 Uhr: Core Animation will Entwicklern dabei helfen, leicht Animationen in ihre Anwendungen einzubauen und dabei Quicktime, Open GL und Bilder verwenden.

19.57 Uhr: Weitere Neuheit: Text to speech, das vor allem Behinderten helfen soll. Jobs demonstriert die Fortschritte bei der Sprachausgabe von Text. War beim ersten Versuch der Computer kaum zu verstehen, wird es beim zweiten Versuch schon besser. Aber das in Leopard integrierte text to speech klingt annähernd natürlich. Die Entwickler jubeln! Wir haben aber nur wenig Hoffnung, dass es die Funktion nicht nur in Englisch gibt. "Universal Access", Apples Lösung, um Arbeit mit dem Computer auch für Behinderte zu ermöglichen, ist deutlich überarbeitet worden. "Bedienungshilfen" (so der deutsche Name) unterstützt nun die Blindenschrift Braille , QT-Untertitel und VoiceOver.

20.00 Uhr: Mail bekommt neue Funktionen, etwa Notizen, ToDo-Listen. Mail will damit wohl Entourage angreifen...

20.01 Uhr: Mail bekommt Vorlagen für HTML-Mails: "Stationary" neben Mails in Ordnern abgelegt. ToDos lassen sich Systemweit aus anderen Anwendungen heraus für Mail erstellen. iCal dient als Zentrale für die Verwaltung des ToDo-Dienstes. Ist so eine art systemübergreifendes Projektmanagement: Man sammelt Dateien, Termine, Fotos, etc und schickt sie als Mail weiter.

20.05 Uhr: Das neunte neue Feature: Neurungen in Dashboard. 2500 Widgets gibt es bereits, mit dem Leopard sollen weitere hinzukommen: Leopard stellt ein neues Tool für Entwickler bereit: Dashcode präsentiert sich als "great visual editor".

20.10 Uhr: Dashcode liefert einen neuen JavaScript-Debugger mit, was die Entwickler besonders freut. Und: HTML-Seiten lassen sich in Widgets transformieren. Das Widget lädt den Content der Site immer aktuell aus dem Web.

20.12 Uhr: Aus der Website der New York Times lässt sich mit Dashcode in vier Klicks ein Widget erstellen. Webclip: Widget-Erstellung für jedermann.

20.15 Uhr: iChat erfährt ebenfalls Neuerungen. iChat Theatre: Im Chat führt die Software Bilder und ähnliches vor. Man muss also nicht mehr die Kamera drehen, wenn man den Screen zeigen will. Dazu zeigt iChat animierte Icons und nimmt Videos auf. Im Vollbildmodus zeigt iChat einige abgefahrene Effekte, was das Publikum zu Begeisterungsstürmen hinreißt. Etwa BueScreen-Effekte und bewegte Bilder im Hintergrund.

20.20 Uhr: Im Chat zeigt Phil Schiller etwa auch eine Keynote-Präsentation und seine Urlaubsbilder aus iPhoto.

20.25 Uhr: Steve Jobs fasst die Neuerungen in Leopard zusammen. Die bisher bekannten. Zu Xcode 3 etwa könne man noch nichts sagen. Bei der Zusammenfassung stellt Jobs das automatische Backup "Time Machine" nochmal extra heraus.

20.25 Uhr: Entwickler können sich eine Preview des Leoparden mitnehmen, zu kaufen gibt es das System im kommenden Frühjahr. Jobs fasst die weiteren Neuerungen zusammen, wünscht eine erfolgreiche WWDC-Woche. Danke, das war's.

20.27 Uhr: Wir geben zurück in die angeschlossenen Funkhäuser. Wir bedanken uns auch bei den Kollegen von macnews.de, die uns bei der Live-Übertragung unterstützten. Korrespondent vor Ort: Walter Mehl, Moderatoren im Studio: Sebastian Hirsch, Martin Strang, Peter Müller.

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