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Jobs in Tokio

02.02.2000 | 00:00 Uhr |

Mitte Februar wird Steve Jobs die Macworld Expo in Tokio eröffnen. Neben neuen Powerbooks wird er die eine oder andere Überraschung präsentieren

Bereits am 16. Februar wird Apple-Chef Steve Jobs die nächste Eröffnungsrede auf einer Expo halten, diesmal auf der Macworld Expo in Tokio. Nachdem er in San Francisco keine neuen Geräte vorgestellt hat, wird er vermutlich in Tokio die schon länger erwarteten Neuigkeiten präsentieren.

Neue Powerbooks

Ursprünglich hätten sie auf der Macworld Expo in San Francisco vorgestellt werden sollen, doch auf Grund technischer Probleme hat Apple den Start verzögert. Nun wird Steve Jobs die neuen Powerbooks
in Tokio präsentieren. Die "Kraftbücher" werden, wie jetzt schon alle anderen Macs, auf Apples United Motherboard Architecture (UMA) beruhen, also den schnelleren Grafikport AGP, einen höher getakteten Systembus, USB und Firewire sowie einen Steckplatz für die Airport-Karte bieten. ADB und SCSI sind dann Geschichte. Wegen weiter bestehender Hitzeprobleme ist nicht zu erwarten, dass der G4-Prozessor schon in die neuen Portablen Einzug hält. Wahrscheinlicher ist ein G3-Prozessor mit Taktraten bis 500 MHz. Preislich werden die neuen Powerbooks wohl auf dem
Niveau der derzeitigen Modelle liegen.
Der größte Unterschied zu den bisherigen Modellen wird das Design sein, vermutlich dem iBook ähnlich, aber mehr an den dezenten Farben orientiert, die im Geschäftsbereich üblich sind. Ob jedoch die neuen Powerbooks wirklich zur Messe präsentabel sein werden, ist weiterhin fraglich: Wie eine Apple-nahe Quelle Macwelt mitteilte, verzögern technische Probleme weiterhin die Fertigstellung.(Siehe auch: Neue Powerbooks kommen später )

Schnellere G4-Macs

Nachdem Motorola die Fertigungsprobleme bei den G4-Prozessoren nun im Griff hat, kann sich der Prozessorhersteller um die Erhöhung der Taktraten kümmern. Zumindest eine Steigerung aller Modelle um 50 MHz steht auf der Tagesordnung, das Spitzengerät würde dann mit 500 MHz arbeiten. Wenn Apple diese nicht als "Silent Upgrade" einführt, wird Steve Jobs die Höhertaktung wohl auf der Macworld Expo in Tokio ankündigen.

17-Zoll-iMacs

Unter dem Codenamen P7A entwickelt Apple schon eine Weile einen iMac mit 17-Zoll-Bildschirm. Da der technische Aufwand, von 15 auf 17 Zoll umzusteigen, nicht allzu groß sein dürfte, bleibt die Frage des Einführungszeitpunkts solcher Geräte wohl Apples Marketing überlassen. Vor allem die Positionierung muss geklärt werden, da Apple vermutlich nicht die komplette iMac-Produktlinie umstellen wird.
Macht Apple die 17-Zoll-iMacs zu günstig, gefährdet dies die Verkäufe der kleinen Brüder, ein zu hoher Preis könnte Kunden abschrecken. Ein mögliches Szenario ist, dass Apple zuerst einen iMac DV SE mit 17-Zoll-Monitor zu einem Preis um die 1800 US-Dollar einführt und damit die Akzeptanz testet. Später könnte man dann das größere Format auf die niedrigeren Preissegmente ausdehnen. Gut stehen die Chancen, dass Steve Jobs einen solchen iMac schon in Tokio präsentiert.

Palm von Apple

Erst jüngst hat Steve Jobs in einem Interview mit der Zeitschrift Fortune den Palm Organizer der Firma 3Com als einzig erfolgreichen Miniatur-PC bezeichnet. Zudem hatte er vor Jahresfrist versucht, die Palm-Division von 3Com zu übernehmen. Und die Palm-Software ist auf jedem Mac vorinstalliert. Die Affinität besteht also, fragt sich nur, ob Apple wirklich in die Lizenzierung einsteigt. Denkbar ist, dass Apple den Palm lizenziert und die Mac-Division von 3Com übernimmt. Dann würden 3Com und andere Lizenznehmer den PC-Markt bedienen und Apple den Mac-Markt. Weiterer Vorteil dieser Konstruktion: Apple hätte viel bessere Möglichkeiten, die Software des Organizer in das Mac-OS zu integrieren. Eine Tatsache spricht dafür, dass Tokio der richtige Ort sein könnte, um einen Apple-Organizer zu präsentieren: Elektronisches Kleinspielzeug ist bei den Japanern ausgesprochen beliebt.

Mac-OS 9.1

Noch wird es unter dem Namen Mac-OS 9.0.1 entwickelt, doch wird das nächste
Update von Mac-OS 9 vermutlich die Versionsnummer 9.1 tragen. Mac-OS 9.1 wird wie schon Mac-OS 8.6 ein reines Wartungs-Update, sprich, es wird keine neuen Funktionen enthalten. Stattdessen bringt es eine Fülle von Fehlerbereinigungen und Updates für Systemkomponenten. So hat Apple unter anderem die Erweiterung Open GL verbessert, einige Fehler im Kontrollfeld "Software-Aktualisierung" behoben und weitere Kontrollfelder und Systemerweiterungen auf einen neueren Stand gebracht. Zudem wird Mac-OS 9.1 eine Reihe von Systemkomponenten enthalten, die für die neuen Geräte, vor allem das Powerbook, benötigt werden. Hier hat Apple am Stromverbrauch gearbeitet und die entsprechenden Systemkomponenten aktualisiert.
Mac-OS 9.1 wird voraussichtlich Mitte Februar auf den Servern von Apple im Internet zum Herunterladen bereitliegen. Eine schnelle Verbindung sollte man mitbringen, denn die Datei ist satte 9 MB groß.

Sebastian Hirsch

Weitere Titelthemen der Macwelt 3/2000:

Apple: Radikaler Wandel

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