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Kommentar: Heulen wegen Steve

15.01.2009 | 11:16 Uhr |

Apple-Chef Steve Jobs nimmt eine Auszeit und Fans, Presse und Aktionäre heulen - allerdings aus ganz unterschiedlichen Gründen. Die Misere hat sich Apple selbst eingebrockt.

Aufmacher Apple Bilanz
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Jetzt heulen sie wieder, lauter als je zuvor, und das Gegreine wird länger anhalten als je zuvor. Ein halbes Jahr nimmt Apple-Chef Steve Jobs Auszeit, aus gesundheitlichen Gründen. Seine Krankheit sei "komplexer" als bislang angenommen. Die kurze Mail an die Mitarbeiter, dokumentiert auf Apples Webpage, löste natürlich prompt das Beben aus, vor dem alle gewarnt hatten. Wenn Steve hustet, hat Apple eine Lungenentzündung, entsprechend rauschte die Aktie subito in den Keller.

Verlogenes Geheule

Nun heulen sie wieder - allerdings aus ganz unterschiedlichen Beweggründen. Die Apple-Fans heulen wie die Kinder, weil Steve, ihr oberster Leithammel, der Über-CEO, der iGod, nicht mehr ist. In Foren werden die ersten Nachrufe verfasst, als sei Jobs bereits gestorben. Die Aktionäre und Analysten heulen wie die Wölfe, die sich endlich auf ihre Beute stürzen können. Lange waren sie in Lauerstellung um ihr Opfer herumgeschlichen, ab und an hatte einer per Gerücht zugebissen, nun haben sie endlich die Bestätigung, dass Jobs sie bezüglich seiner Gesundheit hintergangen hat. Und sie stürzen sich darauf, als wären sie am Verhungern. Die Presse und die Internet-Blogger heulen wie die Feuerwehr, weil sie das Dach Apples lichterloh in Flammen sehen. "Es brennt" und endlich, endlich ist Apple wirklich nicht mehr zu retten. Es ist die Stunde der bezahlten Klageweiber, und man möchte wahrlich nicht in der Haut von Steve Jobs stecken.

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