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Journalistenverband kritisiert Datenspeicherung

23.02.2006 | 12:10 Uhr |

Der Deutsche Journalisten Verband (DJV) hat die Verabschiedung der EU-Richtlinie zur systematischen Speicherung von Telefon- und Internetdaten bedauert. Damit hätten die EU-Justizminister einer Massenüberwachung auch von Journalisten und deren Kontakten den Weg geebnet, kritisierte der DJV-Vorsitzende Michael Konken am Mittwoch in Berlin. «Pressefreiheit und Informantenschutz geraten mit dieser Richtlinie in Gefahr.»

Konken forderte den Bundestag auf, bei der Umsetzung der EU-Richtlinie in deutsches Recht die Journalisten als Berufsgruppe von der Überwachung auszuklammern. Die Justizminister der 25 EU-Staaten hatten die umstrittene Richtlinie am Dienstag endgültig beschlossen.

Trotz Bedenken von Datenschützern werden damit künftig EU-weit Angaben zu allen Telefon- und Internet-Verbindungen zwischen sechs und 24 Monate lang gespeichert. Die Datensammlung soll bei der Fahndung nach Terroristen und anderen Verbrechern helfen. (dpa)

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