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Juli: Glänzende Geschäftszahlen bei Apple

30.12.2007 | 09:21 Uhr

Wie unsere Vorfahren weiden gleich drei US-amerikanische Internetseiten das iPhone sofort aus, nachdem sie es in Händen halten. Doch im Juli fixiert man sich nicht nur auf das Telefon, sondern auch auf die kommende Version 10.5 von Mac-OS X und auf Apples Geschäftszahlen.

Apple Bilanz
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Kaum ist das Telefon zwei Tage auf dem Markt zerlegen Ifixit, Think Secret und Isuppli das glitzernde Gerät: Sie finden Batterien, Platinen und einige wenige kompakte Bausteine für die Bluetooth- und die WLAN-Verbindung sowie für das Mobiltelefonnetz. Letzterer kennt das Protokoll UMTS nicht, in den USA kann AT&T nur das etwas ältere Protokoll EDGE landesweit anbieten.

Im Juli ist noch alles unklar: Wer wird das iPhone in Deutschland in den Handel bringen?
Vergrößern Im Juli ist noch alles unklar: Wer wird das iPhone in Deutschland in den Handel bringen?
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Es tauchen Gerüchte auf, dass T-Mobile in Deutschland der alleinige Vertriebspartner von Apple wird, doch das dementiert T-Mobile, während Apple sich nicht äußerst. Ein anderes Gerücht besagt, dass die europäische Version eventuell mit UMTS-Chip kommt, doch das wird Steve Jobs einige Monate später nicht bestätigen: Die bisher erhältlichen Bausteine verbrauchen nach seinen Worten zuviel Strom...

Stichwort Strom: Wer im Juli 2007 oder später zu Apples Notebook Macbook gegriffen hat, braucht wahrscheinlich weniger Strom: Seit Ende des Monats sind in USA die Notebooks mit einer anderen Platine ausgestattet, was Apple erlaubt, "EPA Star compliant" auf die Schachteln zu schreiben. Messbar sind die Verbrauchsunterschiede nicht ( www.macwelt.de/news/347705/index.html )

Für das iPhone gibt es noch keinen passenden Reserveakku und der Wechsel kostet - in den USA 79 US-Dollar.
Vergrößern Für das iPhone gibt es noch keinen passenden Reserveakku und der Wechsel kostet - in den USA 79 US-Dollar.
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Und noch eine Geschichte zum Thema "Strom": Ein neuer Akku für das iPhone kostet in USA 79 Dollar: Wenn der fest verbaute Akku nach 300 bis 400 Ladezyklen seine Laufbahn als Stromspender aufgibt, dann kostet der Austausch bei Apple 79 US-Dollar. Dazu kommen Versandkosten (6,95 US-Dollar) und die örtliche Mehrwertsteuer. In dem entsprechenden Support-Dokument weist der Hersteller darauf hin, dass alle Daten auf dem Telefon gelöscht werden. Hohe Temperaturen - wie sie im Inneren eines abgestellten Autos schnell entstehen können - würden sich negativ auf die Lebensdauer der wiederaufladbaren Batterie auswirken. Erste unabhängige Test ermitteln allerdings eine deutlich geringere Laufzeit in der Praxis, als Apple sie angekündigt hat ( www.macwelt.de/news/iphone/347077/index.html ). In Deutschland fehlt die Information über die Kosten für den Batterietausch noch.

Ganz interessant ist Mitte des Jahres das Gerangel um die iPhone-Startplätze in Deutschland. Mediamarkt und Gravis zeigen in ihren Geschäften ab Juli 2008 vereinzelt iPhones - Modelle, die aus USA importiert wurden ( www.macwelt.de/news/347579/index.html ). Beide Händler hoffen, dass das US-amerikanische Modell (Verkauf nur über AT&T beziehungsweise Cingular und über die Apple-eigenen Geschäfte) hierzulande nicht gelten wird. Damit haben sie sich aber - wie sich im Laufe der nächsten Monate zeigen wird - geschnitten: Zumindest bis Ende des Jahres 2007 bekommt man das iPhone hierzulande nur bei T-Mobile und in den dazu gehörigen T-Punkten des Bonner Konzerns.

4 Monate vorher darf man noch keine Details von Mac-OS X 10.5 veröffentlichen, sonst kommt Post vom Anwalt.
Vergrößern 4 Monate vorher darf man noch keine Details von Mac-OS X 10.5 veröffentlichen, sonst kommt Post vom Anwalt.
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Nebenher beschäftigt sich Apple mit dem Stopfen von Löchern; einerseits jene in Software wie Quicktime und iTunes ( www.macwelt.de/news/macosx/347398/index.html ), andererseits jene, über die Informationen zu Mac-OS X 10.5 an die Öffentlichkeit kommen. Die australische Zeitung APC darf im Juli 2007 nur einige wenige Tage über Neuerungen in einer Vorabversion von 10.5 berichten ( www.macwelt.de/news/347258/index.html ), dann kommt Post von den Apple-Anwälten und die Berichte verschwinden aus dem Internet. Wir hatten sie gewarnt...

Als Apple dann Ende Juli die Geschäftszahlen ( www.macwelt.de/news/apple/347664/index.html ) für die Monate April, Mai, Juni 2008 veröffentlicht, gehen die Börsenkurse sofort nach oben: Mehr Macs verkauft, besseres iPod-Geschäft und als Sahnehäubchen noch zwei Tage iPhone-Verkauf. Das Ergebnis ist ein Gewinn nach Steuern von 818 Millionen US-Dollar und ein Aktienkurs von über 150 US-Dollar (bei Redaktionsschluß dieses Rückblicks waren es dann fast 190 US-Dollar).

Worauf wir übrigens jetzt Ende des Jahres noch immer warten, ist der geheimnisvolle Wechsel den Apples Finanzchef Peter Oppenheimer angekündigt hatte ( www.macwelt.de/news/347683/index.html ): Apple lässt sich selten konkret über kommende Produkte aus - uns so kann nur spekuliert werden, was Finanzvorstand Peter Oppenheimer gestern während der Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen im Hinterkopf hatte, als er sagte: "There will be a product transition I can't get into." Die letzte Transition betraf vor zwei Jahren den Wechsel vom PowerPC zur Intel-Plattform in der Mac-Sparte, der Produktwechsel jetzt, den Oppenheimer nicht vertiefen will, könnte auf eine gänzlich renovierte iPod-Familie hinweisen. Bereits seit einigen Wochen wird spekuliert, dass die nächste Generation des iPod das Betriebssystem (OS X) und den innovativen Touchscreen vom iPhone erhalten könnte. Dieser grundlegende Produktwechsel sei der Grund für die vorsichtige Umsatz- und Gewinnprognose des laufenden vierten Quartals. Die aufgezeichnete Telefonkonferenz ist als Webcast noch zu hören und soll in Kürze als Podcast veröffentlicht werden. Eine Zusammenfassung des Konferenzgesprächs bietet Macworld USA.

Gravis ist seit Anfang 2007 in Berlin ganz groß im Geschäft.
Vergrößern Gravis ist seit Anfang 2007 in Berlin ganz groß im Geschäft.
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In Paris öffnet gleich in der ersten Juliwoche das größte Apple-Geschäft auf dem alten Kontinent: In Paris am Boulevard Saint Germain steht der Elektrogroßhändler Fnac, der seitdem auf mehr als 3000 Quadratmeter die Apple-Produkte zeigt und verkauft. In Italien gibt es einen ähnlichen Store und in Berlin bekommt man bei Gravis auf 1500 Quadratmetern Apple-Produkte und Zubehör. Schon seit Ende Januar residiert Gravis am Ernst-Reuter-Platz, neben Lounges für Audio-und Videoprodukten bietet die Firma ihren Kunden ein Kino für spezielle Schulungen sowie ein öffentlich zugängliches Café. Gestaltet ist das Apple-Kaufhaus im Stil des neuen Gravis-Erscheinungsbildes, das der Designer und Typograf Erik Spiekermann 2006 für das Unternehmen entworfen hatte.

Weniger erfolgreich war im Juli 2007 die Hermstedt AG. ISDN hatte die Firma groß gemacht, doch seit Mitte der 90er Jahre des vorigen Jahrtausends ging es abwärts. Bei der DSL-Technik bekommt das Unternehmen keinen Fuß auf den Boden und alternative Felder wie die Hifi-Anlage Hifidelio bringen nicht genug Gewinn. Die Hermstedt AG muss Konkurs anmelden. Die ISDN-Produkte unter dem Namen Leonardo und die Filetransfer-Lösungen unter Stingray führt die englische Firme Pro2col weiter. Dort erhält man inzwischen zum Beispiel Software, die an Mac-OS X 10.5 angepasst ist ( www.pro2col.de ).

Hermstedt muss im Juli 2007 Konkurs anmelden.
Vergrößern Hermstedt muss im Juli 2007 Konkurs anmelden.
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Interessante Software, auf die man von Juli 2008 bis Ende 2008 (und wahrscheinlich noch länger) warten kann: Firefox 3 ( http://developer.mozilla.org/devnews/ ). Die Entwickler brauchen mehr Zeit, um den Internetbrowser zu verbessern, der sich (zusammen mit Apples Software Safari) von "statistisch nicht signifikant" zu "höheren einstelligen Nutzungswerten" im weltweiten Computernetz entwickelt.

Stichwort "Warten": Microsoft will binnen drei Jahren eine neue Version von Windows entwickeln - Codename "7". Wenn man die üblichen Verzögerungen dazu rechnet, werden wir wohl noch lange mit Windows Vista leben müssen ( www.macwelt.de/news/88243/index.html ).

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