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Junghanns wurde früh vor Scheitern der Chipfabrik gewarnt

07.04.2004 | 10:48 Uhr |

Postdam - Brandenburgs Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns (CDU) soll frühzeitig vor dem Scheitern der Chipfabrik in Frankfurt (Oder) gewarnt worden sein.

Schon wenige Tage nach seinem Amtsantritt im November 2002 habe Junghanns einen fünfseitigen Brief des ehemaligen Vorstandsvorsitzende der Betreiberfirma Communicant, Klaus Wiemer, erhalten, berichtet die "Märkische Allgemeine" (Mittwoch). Darin rate Wiemer, das "völlig vergurkte" Projekt so schnell wie möglich zu beenden.

Auf Grund der Finanzierungsprobleme liege die entwickelte Technologie bereits zwei Generationen hinter der Konkurrenz zurück, zitiert das Blatt aus dem Schreiben. Der Fördermittelantrag bei der EU aber basiere auf dem ursprünglichen Business-Plan. Der Antrag müsse dringend geändert werden. Wiemer prophezeie in dem Brief, das Projekt werde spätestens 2005 abstürzen.

Der Deutsch-Amerikaner Wiemer schied laut Zeitung im Mai 2002 im Streit mit dem späteren Communicant-Chef Abbas Ourmazd aus dem Unternehmen aus. Einige Gesellschafter werfen ihm Missmanagement und Verschwendung vor. An diesem Mittwoch will der Untersuchungsausschuss des Landtages Wiemer zu den Gründen der Chipfabrik-Pleite befragen. Ende vergangenen Jahres war das Projekt endgültig an der fehlenden Finanzierung gescheitert.

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