Von Peter Müller - 27.12.2006, 07:22

Juni: Streitereien in China und Skandinavien, Skandal um Aktienoptionen

Sweatshop-Vorwürfe gegen Apples iPod-Manufaktur Foxconn +++ Ärger für Apple im hohen Norden: Verbraucherschützer klagen gegen iTunes +++ EU-Richtlinie fegt Airport-Extreme-Basisstation aus Apples Portfolio +++ Microsoft-Gründer Gates zieht sich 2008 aus Tagesgeschäft zurück

Sweatshop-Vorwürfe gegen Apples iPod-Manufaktur Foxconn

Die britische Mail on Sunday berichtet unter Bezug auf chinesische Quellen von unwürdigen Arbeitsbedingungen, die in einer Manufaktur von Foxconn, die für Apple iPods produziert, vorherrschen sollen.
Apple untersucht die Arbeits- und Lebensumstände der Arbeiter, das Verhältnis von Arbeitern und Managern, die Entlohnung der Arbeit und den Ausgleich von Mehrarbeit in der Manufaktur, welche die Hon-Hai-Tochter in China betreibt. In allen Punkten müsse die Foxconn-Fabrik Apples Code of Conduct erfüllen, den Cupertino mit seinen Zulieferern geschlossen hat.
Nach zehn Wochen der Untersuchung legt Apple Mitte August einen Abschlussbericht vor. Der iPod-Hersteller kommt dabei zum Schluss, dass sich der Zulieferer Foxconn weitestgehend an die in Apples Code of Conduct niedergeschriebenen Regeln halte. In einigen Bereichen habe man jedoch die Vereinbarungen gebrochen gesehen, zusammen mit Foxconn wolle man die Schwachstellen beheben. Nach eigenen Angaben hat Apple rund 100 zufällig ausgewählte Arbeiter der Fabrik über ihre Arbeitsbedingungen befragt und ausführlich die Bücher Foxconns geprüft. Dabei habe man keine Hinweise auf Kinderarbeit oder jedwede Form von erzwungenen Überstunden gefunden. Die Arbeiter bekämen alle den üblichen Mindestlohn, die Hälfte der Mitarbeiter werde sogar besser bezahlt. Nicht zufrieden zeigte sich Apple jedoch mit drei der geprüften Unterkünfte für die Arbeiter. Foxconn habe zugesichert, Land zu kaufen und darauf neue Unterkünfte zu errichten. Die Arbeitswoche betrage zudem mehr als die im Code of Conduct festgelegten maximal 60 Stunden. Beschwerden von Arbeitnehmern sind Apple jedoch durchaus zu Ohren gekommen. Dabei hatten sich einige Arbeiter jedoch beklagt, nicht mehr als 80 Stunden arbeiten zu können, wenn die Auftragslage dies nicht erlaube.
Für Foxconn ist die Geschichte mit dem Apple-Bericht jedoch nicht abgeschlossen. Wenig Sympathie erntet die Hon-Hai-Tochter mit einer Schadensersatzklage wegen Rufschädigungen gegen zwei Journalisten, die zuerst von zweifelhaften Arbeitsbedingungen berichtet hatten. Foxconn verlangt von dem Reporter der China Business News Wang You Schadensersatz über 2,5 Millionen US-Dollar und von dem Redakteur des Blattes Wenig Bao 1,25 Millionen US-Dollar Schadensersatz. Als Faustpfand erwirkt das Unternehmen, dass persönlicher Besitz wie Wohnungen, Konten und Autos der Journalisten vorläufig konfisziert wurden.
Nach Intervention der Menschenrechtsorganisation „Reporter ohne Grenzen“ – und vermutlich auch Apples - zieht Foxconn die Klage kleinlaut zurück. In einer kurzen Erklärung spricht Foxconn von "gegenseitigen Respekt", der zur "Rücknahme der Klage gegen Business News" geführt habe.
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