Von Import Import - 05.01.2009, 00:00

Juni: iPhone 3G, Mobile Me und Snow Leopard

Juni: iPhone 3G, Mobile Me und Snow Leopard

Apples Entwicklerkonferenz WWDC platzt in diesem Juni schier aus allen Nähten. Grund ist das iPhone, das neue Programmierer anzieht. Seit Juni kennt die Szene auch den Codenamen des Leopard-Nachfolgers: Mac-OS X 10.6 Snow Leopard will nicht viel anders, aber alles besser machen.
Von Redaktion Macwelt (27.12.2008)

WWDC: iPhone 2.0, iPhone 3G mit GPS, Mobile Me und Snow Leopard

In einer fast zweistündigen Keynote stellt Apple-CEO Steve Jobs zur Eröffnung der Apple-Entwicklerkonferenz WWDC Anfang Juni das neue iPhone 3G vor. Ebenso erhält die Öffentlichkeit detaillierten Einblick in das bereits im März angekündigte iPhone OS 2.0 und die ersten Programme für das offen iPhone. In die Läden kommt das iPhone 3G mitsamt der neuen Software jedoch erst einen guten Monat später.
Erstmals in seiner Geschichte meldet Apple die WWDC als ausverkauft, unter den 5.200 Gästen der Veranstaltung sind vor allem viele Neulinge zu finden, die sich für das iPhone interessieren. Seit Apple vor drei Monaten das Beta-Programm des iPhone SDK startete, haben 4.000 Entwickler Zugang zum Programm gefunden, 250.000 Downoads der verschiedenen Versionen des iPhone SDK zählte Apple in der Zwischenzeit. Von den 147 Sessions der WWDC-Woche in San Francisco drehen sich immerhin 62 um das iPhone. Der Löwenanteil der Veranstaltungen, 85 an der Zahl, hat jedoch den Mac zum Thema. Erst wenige Tage vor Eröffnung der Entwicklerkonferenz hatte Apple den Namen des nächsten Betriebssystemupdates verraten: Mac-OS X 10.6 soll Snow Leopard heißen.
Die Zukunft des Mac streift ein sichtlich hagerer Apple-CEO Steve Jobs in seiner Rede jedoch nur kurz: Das nächste Betriebssystem mit der Versionsnummer 10.6 werde Snow Leopard heißen, Entwickler erhalten unter dem Siegel der Verschwiegenheit näheren Einblick.
Fast eine Stunde nimmt sich Apples Senior Vice President for iPhone Software Scott Forstall Zeit, um neue Programme für das Apple vorführen zu lassen. Diese Gelegenheit nahmen zahlreiche Entwickler war, etwa vom Spielehersteller Sega oder von der Nachrichtenagentur Associated Press. Für iPhone-Besitzer ist die neue Software kostenlos, wer sie auf einen iPod Touch spielen will, muss 9,90 US-Dollar dafür bezahlen. Die wesentlichen Neuerungen, die Apple bereits im März angekündigt hatte, sind etwa Unterstützung von VPN-Verbindungen, Zusammenarbeit mit Microsoft Exchange oder die Möglichkeit, Software von Drittherstellern abzuspielen, die Apple über den im Juli startenden App Store verteilt.
Als den idealen Begleiter für das iPhone präsentiert Apple auf der WWDC schließlich den Internet-Dienst Mobile Me, mit dem man mobil Daten verwalten, Fotos abgleichen und Kontakte Pflegen kann. Mobile Me löst .Mac ab, ist mit 79 Euro im Jahr aber nennenswert günstiger als der Vorgänger. Zudem verknüpft Mobile Me über Cloud-Computing nicht nur Mac und iPhone, sondern lässt sich auch unter Windows benutzen. Änderungen im Adressbestand, in Bookmarks oder in Fotoalben verspricht Mobile Me über alle Geräte zu synchronisieren. Stolz kündigt Apple den Dienst als "Exchange für den Rest von uns" an, quasi als Pendant von Businesslösungen für Privatpersonen. Zum Start von Mobile am 11. Juli hat Apple dann aber mit massiven Problemen zu kämpfen, die sich über Wochen, teilweise gar über Monate hinziehen. Apples CEO Steve Jobs räumt später ein, der Plan, gleichzeitig App Store, iPhone 2.0, iPhne 3G und eben Mobile Me zu veröffentlichen sei ein wenig zu ehrgeizig gewesen, der holprige Start des Dienstes alles andere als üblich für Apple. Von den zahlreichen Ausfällen und Unzulänglichkeiten wie zögerlicher Synchronisation betroffenen Kunden erhalten von Apple jedoch Verlängerungen ihrer Abos um insgesamt 90 Tage.
Der Star des Startschusses zur WWDC ist freilich das iPhone 3G. Apple erfüllt wesentliche Wünsche seiner Kunden und lässt das Telefon nicht nur im UMTS-Netz funken, sondern verpasst ihm auch noch einen GPS-Empfänger, mit dem die Lokalisation des Gerätes wesentlich präziser erfolgt als mit den bisherigen Methoden. War das originale iPhone nur in wenigen Ländern erhältlich, soll das iPhone 3G bis Ende 2008 in 70 Ländern zu haben sein. Zum Verkaufsstart am 11. Juli geht es in über 20 Ländern los, in weiteren Wellen kommen im Sommer und Herbst weitere Nationen hinzu.
Apple dreht vorwiegend am Preis und gibt für das 8-GB-Modell einen Höchstpreis von 199 US-Dollar an. Zwar ist das Telefon dann doch nicht überall für unter 200 US-Dollar zu haben, die wesentliche Neuerung besteht jedoch in einem neuen Geschäftsmodell. Anstatt an den Gesprächsgebühren mitzuverdienen, lässt sich Apple von den Providern nur noch die Hardware bezahlen - und gibt Mobilfunkdienstleistern nun die Freiheit für Subventionen. So kommt es, dass in Deutschland T-Mobile das iPhone 3G für einen Euro anbietet, wenn der Kunde einen Vertrag abschließt, der 90 Euro monatliche Gebühren kostet. Apple bietet neben dem Basismodell noch eine Ausgabe mit 16 GB Kapazität für 299 US-Dollar an, diese ist optional auch in weiß erhältlich. Die neue iPhone-Strategie zahlt sich aus. Hatte Apple vom ursprünglichen iPhone insgesamt nur 6,2 Millionen Stück verkauft, gehen allein im vierten Geschäftsquartal des Unternehmens zwischen Juli und September 6,9 Millionen Geräte über die Ladentische. Auch im ersten Quartal des neuen Geschäftsjahres 2008/2009 bleibt das iPhone begehrt. Das noch im Frühjahr von einigen Experten als unrealistische apostrophierte Verkaufsziel von 10 Millionen iPhones im Jahr 2008 übertrifft Apple bei weitem.
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