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Kampf um Konsolenmarkt geht in neue Runde

20.05.2003 | 11:23 Uhr |

Im Wettstreit um die besten Plätze im lukrativen Konsolenmarkt geht der Kampf der drei Großen Sony, Microsoft und Nintendo in die nächste Runde.

Wiederum nutzten die Unternehmen die Spielemesse Electronic Entertainment Expo E3 in Los Angeles vergangene Woche, um die Karten zu mischen. Nach Microsofts Einläuten einer neuen Phase im Preiskrieg und Sonys Ankündigung einer mobilen Playstation steht vor allem der weltweit derzeit zweitgrößte Wettbewerber Nintendo unter heftigem Druck.

  Sony, weltweiter Marktführer unter den Konsolenherstellern, hatte vergangene Woche eine neue mobile Playstation für Ende nächsten Jahres angekündigt. Damit könnte nach Meinung von Analysten das Monopol ins Wanken geraten, das seit Jahren Nintendo in diesem Segment mit seinen Gameboy-Geräten beherrscht. Die "PSP", kurz für Playstation Portable, soll mit dem Internet und anderen Sony-Konsolen kommunizieren können sowie Musik und Videos abspielen. Auch der finnische Handyhersteller Nokia will mit "N-Gage" noch in diesem Jahr eine mobile Spielkonsole auf den Markt bringen.

  Offiziell imponiert dem Unternehmen die jüngste Offensive der Konkurrenz nur wenig. Nach einem Bericht der "Financial Times Deutschland" vom Montag erwägt Nintendo bereits ebenfalls eine Aufrüstung seines Gameboy mit zusätzlichen Unterhaltungsfunktionen. Nintendo verfüge über die Ressourcen und das nötige Know-how, um auf Sonys PSP reagieren zu können, sagte Nintendo-Deutschland-Chef Axel Herr der Zeitung. "Sony wird ein schönes Produkt bauen. Aber wir schlafen nicht. Wir haben starke Partner wie Panasonic, die auch so etwas bauen können." Zum Ausklang der Spielemesse in der Wüstenstadt kündigte das Unternehmen zudem für GameCube-Käufer einen kostenlosen Adapter an, mit dem auf der High-Tech-Konsole über 1200 für den Gameboy entwickelte Spiele nutzbar sein sollen.

  Unterdessen setzt die anhaltend aggressive Preispolitik des Branchen-Newcomers Microsoft sowohl Sony als auch Nintendo unter Druck. Mit mehr als 51 Millionen Playstation 2 hat Sony zwar rund sechs mal mehr Konsolen als sein Herausforderer Microsoft (Xbox) verkauft. In manchen Märkten wie etwa in Europa machte der weltgrößte Softwarekonzern mit seiner Xbox nach eigenen Angaben jedoch Nintendos GameCube bereits erfolgreich den zweiten Rang nach Marktführer Sony streitig. Nun will Microsoft die Xbox nach den vergangenen heftigen Preisstürzen der einstmals rund 500 Euro teuren Konsolen in den USA und Kanada erneut um 10 Prozent günstiger in die Läden bringen.

  Anders als in früheren Jahren zog Sony ein weiteres Mal nicht nach. Der Erfolg solcher Preis-Aktionen für die ohnehin subventionierten Konsolen ist bei Experten auch umstritten. "Preiskürzungen haben keine besondere Wirkung, solange sie sich nicht in einer Größenordnung von 20 bis 50 Prozent bewegen", schätzt Hirotoshi Murakami, Analyst bei Mitsubishi Securities. Dagegen könnten zusätzliche Adapter als Dreingabe, wie sie neben Nintendo auch Sony anbietet, einen größeren Kaufanreiz abgeben.

  Lawrence Probst, Chef der Spielesoftware-Schmiede Electronic Arts, geht allerdings davon aus, dass ein Ende der Preisspirale für das High-Tech-Spielzeug noch nicht erreicht ist. "Auf 179 US-Dollar herunterzugehen ist sicherlich ein Plus für die Sommermonate", kommentierte Probst die Microsoft-Aktion. Zum Weihnachtsgeschäft dürften die Systeme aber vermutlich bereits für einen Preis von 149 US-Dollar verkauft werden, vermutet Probst.

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