869834

Karaoke im Web boomt

19.03.2008 | 10:24 Uhr |

Vor Publikum Chart-Hits singen und sich wie ein Star fühlen - für viele gibt es kaum etwas Tolleres. Wer keine Karaokebar in der Nähe findet, muss darauf trotzdem nicht verzichten: Hobbysänger von heute trällern im Internet und teilen Aufnahmen davon mit anderen Karaoke-Fans aus aller Welt. Immer mehr Dienste, die Songs zum Nachsingen bieten, stehen im Netz zur Verfügung.

Als Anlaufstelle für Karaoke-Begeisterte versteht sich die neue Plattform Mikestar aus Hamburg. Die Nutzer können aus der zwar noch kleinen, aber wachsenden Zahl von zuletzt 500 Titeln wählen, darunter Songs von Amy Winehouse, Jay-Z, Nirvana oder Pink. Aber auch Klassiker von Nena oder den Beatles sind verfügbar.

Ein bisschen mehr Auswahl bietet der jüngst gestartete Dienst TalentRun: Rund 600 Titel sind nach Angaben der ebenfalls aus Hamburg stammenden Betreiber verfügbar. Alicia Keys, Nelly Furtado, Elvis Presley und Joe Cocker heißen einige der Vorlagengeber. Das Repertoire nimmt stetig zu, da das Portal sich die Rechte an vielen weiteren Stücken gesichert hat.

Die technischen Anforderungen für das Internet-Karaoke sind nicht hoch: Computer, schneller Webanschluss, Browser und Mikro - mehr braucht es nicht, um sich auf der virtuellen Bühne zu präsentieren. Getreu dem Karaoke-Prinzip hauchen die Nutzer dem aus den PC-Boxen klingenden Instrumental-Playback und den auf dem Bildschirm angezeigten Versen mit ihren Stimmen Leben ein. Die Aufnahmen lassen sich mitschneiden. Ist eine Webcam vorhanden, kann auch ein selbst gedrehter Videoclip hochgeladen werden. Alle Funktionen sind direkt im Webbrowser aufrufbar, eine spezielle Software ist nicht nötig.

Anderen Nutzern steht es frei, die kreativen Ergüsse zu bewerten. Bei TalentRun können Community-Mitglieder sich sogar gegenseitig zu "Stars" und "Fans" erklären. Wer mag, misst sich zusätzlich mit anderen Interpreten in Wettbewerben mit frei wählbarem Motto. Den Sieger kürt das Publikum per Mausklick. Beide Portale sind für die Nutzer vorerst kostenlos. Geld wollen die Betreiber auf anderem Weg verdienen, zum Beispiel mit Karaoke-Wettbewerben, die von Partnerunternehmen gesponsert werden.

Die Vorbilder für hiesige Portale stammen aus den USA. Dort bieten Karaoke-Dienste im Web ihren Nutzern schon länger die Möglichkeit, sich öffentlich die Seele aus dem Leib zu singen. Zu den bekanntesten zählen kSolo und SingSnap . Einige Funktionen sind bei beiden gratis, wer aber eine unbegrenzte Zahl von Aufnahmen speichern oder auch nur werbefreie Seiten sehen will, muss zahlen. Dafür ist das Angebot zum Teil viel größer: Bei SingSnap können Hobbysänger aus 15 000 Songvorlagen auswählen. Wer die Bedienung englischsprachiger Menüs scheut, findet aber auch hierzulande weitere Alternativen.

0 Kommentare zu diesem Artikel
869834