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KarstadtQuelle sieht keine baldige Konsum-Belebung

16.04.2003 | 11:54 Uhr |

Essen/Neuss (dpa) - Die deutschen Verbraucher öffnen ihre Geldbörsen nach wie vor nur zögerlich. Deutschlands fünftgrößter Handelskonzern KarstadtQuelle rechnet nicht mit einer kurzfristigen Belebung des Konsums. Wie in Neuss - und in München - zudem mitgeteilt wurde, geht das Deutsche Sportfernsehen (DSF) aus dem zusammengebrochenen Kirch-Imperium an ein Konsortium aus KarstadtQuelle (Xetra: 627500.DE), EM.TV und dem Investor Hans-Dieter Cleven.

Konzern-Chef Wolfgang Urban sagte in Neuss zum Ausblick auf das laufende Jahr, die Kaufzurückhaltung werde voraussichtlich andauern. Als Gründe nannte er Unsicherheiten über den Konjunkturverlauf und die steigende Arbeitslosigkeit. Die Belastung des Konsumklimas durch Steuer- und Abgabenerhöhungen sowie den Irak-Krieg sei bisher aber nicht so ausgeprägt wie befürchtet.

In den ersten drei Monaten 2003 sank der Konzernumsatz vorläufigen Zahlen zufolge erneut um rund 1 Prozent auf 3,7 Milliarden Euro. Dabei müsse aber berücksichtigt werden, dass das Ostergeschäft in diesem Jahr später begonnen habe. Für die ersten vier Monate erwarte der Konzern einen stabilen Umsatz auf Vorjahreshöhe. Urban kündigte an, dass 2003 der Umbau von KarstadtQuelle zu einem Handels- und Dienstleistungskonzern vorangetrieben werde. Mittel- bis langfristig soll ein Drittel des Gewinns mit Dienstleistungen erzielt werden. Auch die Fachgeschäfte sollen stärker zum Konzerngewinn beitragen.

Der Kaufvertrag für das DSF sei zunächst mit der KarstadtQuelle New Media AG und Cleven abgeschlossen worden, teilte die Kirch Media in München mit. KarstadtQuelle sei der größte Sportartikel-Händler in Deutschland, betonte Urban in Neuss. Deshalb habe der Konzern Interesse daran, dass Sport im Fernsehen präsent bleibe. Das Konsortium erwerbe zugleich die Onlineplattform Sport1. Viele junge Leute informierten sich über TV und Internet.

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