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Kartellverfahren gegen Apple und Audible/Amazon

16.11.2015 | 14:53 Uhr |

Das Bundeskartellamt hat ein Verfahren gegen die Amazon-Tochter Audible und Apple eingeleitet. Es geht um Hörbücher im iTunes Store.

Das Bundeskartellamt hat laut eigener Auskunft ein Verwaltungsverfahren gegen Audible und den iTunes-Betreiber Apple eingeleitet. Grund dafür ist die Kooperation beim Vertrieb von Hörbüchern, die Apple und die Amazon-Tochter seit Jahren unterhalten. Die Marktposition der beiden Unternehmen erscheint der Behörde so stark, dass diese eine Untersuchung rechtfertige. Diese geht unter anderem der Frage nach, ob Verlagen ausreichende Alternative für den Vertrieb von Hörbüchern zur Verfügung stehen.

Ausgelöst habe das Verfahren eine Beschwerde des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, der unter anderem Exklusiv-Vereinbarungen von Audible und Apple über den Verkauf bestimmter Hörbücher beklagt. Die selbe Beschwerde erfolgte auch bei der Europäischen Kommission, mit der das Bundeskartellamt in dieser Sache eng kooperieren will.

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels wirft in seiner Beschwerde Audible den Missbrauch seiner Marktstellung vor, um "Hörbuchverlagen unzumutbare Bedingungen für die Vermarktung digitaler Hörbücher aufzuzwingen". Audible kündige bestehende Verträge und wolle die Verlage in Flatratemodelle zwingen, in denen sie weniger Umsätze erzielen können. Dies komme dem Versuch gleich, die "ausgezeichneten Buchhandelsstrukturen in Deutschland zu zerstören," wie der Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins.  Alexander Skipis in einer Pressemitteilung beklagt. 

iTunes, das von Audible exklusiv mit Hörbüchern beliefert werde und die Amazon-Plattform zusammen würden rund 90 Prozent der mit Hörbüchern in Deutschland getätigten Umsätze auf sich vereinen. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels begrüßt die Einleitung des Verwaltungsverfahrens ausdrücklich.

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