1535347

Jobs, Ebooks und das Agenturmodell: DOJ in der Beweispflicht

01.08.2012 | 10:14 Uhr |

Walter Isaacson, Biograph des verstorbenen Apple-CEOs Steve Jobs, muss sein Material vorerst nicht dem Gericht vorlegen.

Das Gericht verhandelt in den USA über die Kartellklage des US-Justizministeriums (Departement of Justice, DOJ) gegen Apple und fünf Verlage . Das DOJ hatte gegen Isaacson die Offenlegung von Gesprächsprotokollen und -mitschnitten verfügt, in denen Steve Jobs über seine Strategie bezüglich des Verkaufs von Ebooks gesprochen haben könnte. Im Buch hat Isaacson dies nur angedeutet, das DOJ will aber von einer E-Mail wissen, die Jobs an Verlage geschickt hatte, um sie zum Agenturmodell zu überreden. Sinngemäß soll Jobs den Verlagen den iBooksstore damit schmackhaft gemacht haben, dass sie zwar nicht mehr selbst über die Preise bestimmen, aber dadurch höhere Erlöse erzielen könnten.

Ob Jobs Isaacson etwas derartiges im Vertrauen erzählte oder der Biograph entsprechende Informationen aus redaktionellen Gründen aus dem Buch gelassen hatte, muss nach richterlicher Anordnung das DOJ beweisen. Nur wenn Jobs mit Isaacson nicht vertraulich über Ebooks gesprochen habe, müsste der Biograph die Mitschnitte vorlegen und die derart erzwungene posthume Aussage von Steve Jobs würde das Urteil des Gerichts beeinflussen.

0 Kommentare zu diesem Artikel
1535347