1018734

EU: Intel muss Milliardenbußgeld zahlen - Berufung angekündigt

13.05.2009 | 12:05 Uhr |

Intel muss wegen Missbrauchs seiner marktbeherrschenden Stellung ein Bußgeld von über einer Milliarde Euro an die EU zahlen. Der Hersteller soll Kunden über Jahre Rabatte gewährt haben, wenn sie im Gegenzug Intels Konkurrenz mieden. Der Konzern hat mittlerweile eine Berufung angekündigt.

Intel Core Logo
Vergrößern Intel Core Logo

Nach Ansicht der EU hat Chipproduzent Intel seine Position auf dem Markt dazu ausgenutzt, um dem Konkurrenten AMD gezielt zu schaden und damit den Wettbewerb zu behindern. 1,06 Milliarden Euro kostet das Unternehmen dies nun. Intel soll Kunden, also PC-Herstellern und Händlern, Rabatte dafür gewährt haben, wenn sie keine AMD-Produkte mehr verwenden oder verkaufen. In Einzelfällen soll Intel einen Hersteller sogar direkt dafür bezahlt haben, dass er ein Gerät mit AMD-Technik erst verzögert auf den Markt brachte. Intel sieht sich mit seiner Rabattpolitik im Rahmen des Gesetzes.

Das Verfahren hatte die EU im Jahr 2007 eröffnet und 2008 um einige Vorwürfe erweitert . So sollen große Handelsketten ebenfalls mit Rabatt dazu bewegt worden sein, AMD-Geräte zu benachteiligen. Vor Intel musste bereits Microsoft eine empfindliche Strafe wegen Wettbewerbsverzerrung zahlen. Intel ist bei Computerprozessoren mit weit über 80 Prozent Marktanteil mit großem Abstand Marktführer. AMD, der einzige Konkurrent, hatte sich über die fragwürdigen Vertriebspraktiken der Konkurrenz beschwert. Der Beschluss wurde bereits seit einigen Tagen erwartet .

Nachtrag : Die EU-Wettbewerbskommissarin Nelli Kroes sagte zu der Entscheidung: "Die Kommission findet, dass Intel sich wettbewerbswidrig verhalten hat, Innovationen behinderte und dem Konsumenten schadet". Zwischen 2002 und 2007 sollen diese illegalen Praktiken stattgefunden haben. Die Kommissarin betont, dass nicht die Marktdominanz Intels Grund der Strafe sei, sondern das gezielte Ausnutzen dieses Statusses. Die beteiligten Computerhersteller sind laut EU Dell, Acer, Lenovo, NEC und HP. Die involvierten Händler gehören zur Media Saturn Holding, dem Betreiber der Saturn- und Media-Märkte.

Nachtrag: :Intel hat angekündigt, gegen die Entscheidung der Kommission Berufung einzulegen .

0 Kommentare zu diesem Artikel
1018734