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Katastrophenschutz: So können Smartphones Leben retten

25.08.2016 | 09:46 Uhr |

Über Social Media-Kanäle wie Facebook und Twitter verbreiten sich extrem schnell Informationen. Vor einem Monat zeigten sich am Tag des Amoklaufs in München die Vorteile, die solche Plattformen in derartigen Ausnahmesituationen haben. Doch auch andere Apps können in Notfällen helfen.

Ein Hashtag auf Twitter oder der Safety-Check auf Facebook können in Katastrophenfällen wie Terrorangriffen, Amokläufen oder Naturkatastrophen viele Leben retten. Auch wenn die Verbreitung von Falschaussagen auf den sozialen Netzwerken in solchen Situationen ein sehr großes Problem darstellt, können die zuständigen Behörden dennoch mit Hilfe eines Posts tausende Menschen erreichen.

Der richtige Einsatz von modernen Kommunikationsmethoden gewinnt immer mehr an Bedeutung. In einem Interview mit der Telekom über neue Kommunikationskanäle und die Herausforderung einer vertrauensvollen Kommunikation erklärte Christoph Unger, Präsident des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, dass er sehr froh sei, dass es „möglich ist, über Smartphones zum Beispiel konkrete Informationen zu geben. Das ist besser als das, was wir mit einer Sirene machen können.“

Im Rahmen des Bevölkerungsschutzes müssen viele mögliche Szenarien berücksichtigt werden. Auch für die diesjährigen Olympischen Spiele in Brasilien wurde beispielsweise extra eine App entwickelt. Das Entwickler-Team stammt aus Israel, einem Land, welches selbst ständig mit Krisensituationen zu kämpfen hat. Bei der Entwicklung einer Sicherheits-App für Rio de Janeiro orientierte man sich stark an Apps, die ebenfalls aus Israel stammen.

Hierbei handelt es sich beispielsweise um die App „Red Alert Israel“, die mittels akustischer Warnsignale vor Raketenangriffen warnen und deren Zeitpunkt des Einschlags verraten. Somit soll den Menschen in den Krisengebieten Zeit verschafft werden, um sich in Sicherheit bringen zu können.

Die App „Home Front Command“ diente ebenfalls als Vorlage und warnt in Israel vor Angriffen, Terrorattacken und Wetter-Katastrophen. Dabei beschränkt sich die App auf den Standort der Nutzer, der mit Hilfe von GPS-Daten ermittelt wird.

Für Rio wurde „SayVu“ entwickelt. Damit können automatisiert Notrufe an Hotlines gesendet werden. Über eine „Hot Button“-Funktion sind Nutzer außerdem in der Lage, selbst bei gesperrtem Bildschirm automatisch Ortsangaben, Videos, Fotos oder Tonaufnahmen zu verschicken.

Sicherheits-Apps für Deutschland?

Dass unter anderem auch in Deutschland die Nutzer von solchen Apps profitieren könnten, zeigte sich zuletzt vor einem Monat bei dem Amoklauf in München. Neben den Social Media-Kanälen können unter anderem auch Apps wie NINA oder Katwarn helfen.

NINA steht für Notfall- und Nachrichten Informationssystem und wurde vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe entwickelt. In Notfällen erhält der Nutzer Warnmeldungen auf seinem Smartphone, die offiziell von Bund und Ländern sowie dem Deutschen Wetterdienst ausgesprochen wurden. Befindet sich der Nutzer in einer betroffenen Notfall-Zone werden selbstständig Push-Nachrichten sowie Tipps für das Verhalten im Notfall geschickt.

Alternativ kann man sich auch von Katwarn über Krisenzustände benachrichtigen lassen. Die vom Frauenhofer-Institut entwickelte App richtet sich dabei vor allem Anwender, die regionale oder lokale Warnmeldungen beziehen wollen. Über eine Karten-Funktion kann man diejenigen Gebiete einstellen, von denen man im Ernstfall Nachrichten erhalten möchte. Allerdings haben sich bisher nur 70 Städte und Kreise für Katwarn registrieren lassen. Beide Apps können aus dem App Store heruntergeladen werden. Und im Notfall hat man lieber eine App zu viel als zu wenig.

Eine Übersicht der besten Katastrophen-Apps haben die Kollegen der PC-Welt hier zusammengestellt .

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