Von Import Import - 05.01.2008, 09:00

Katz-und-Maus-Spiel mit iPhone-Hackern

Katz-und-Maus-Spiel mit iPhone-Hackern

Apple macht seine Drohung wahr und deaktiviert mit einem Firmware-Update gecrackte iPhones. Wer nach dem 27. September das iPhone-Firmware-Update 1.1.1 installiert hat, verliert nicht nur die mittels Jailbreak erhaltenen Funktionen und die Freiheit von der AT&T-SIM-Karte, sondern kann mit seinen Telefon nur noch Notrufe absetzen. Selbst die originale Karte des Mobilfunkproviders AT&T verweigert den Dienst. Apple bringt in einem Statement Anfang Oktober für betroffene Nutzer wenig Verständnis auf. Neben einigen anderen Funktionen versprach die 152 MB große Aktualisierung für das iPhone den Zugriff auf den neuen iTunes Wifi Store – Nutzer können damit drahtlos über ein Funknetz in Apples Musikladen einkaufen. Das Update hat jedoch eine nicht unwesentliche Nebenwirkung. Hat man Programme von Drittanbietern installiert, werden diese nach einer Aktualisierung unbrauchbar. Schlimmer trifft es Nutzer, die ihr iPhone freigeschaltet hatten, um andere Provider als Apples Exklusivpartner AT&T zu nutzen. Das Mobiltelefon versagt nach dem Firmware-Update den Dienst und meldet eine fehlerhafte SIM-Karte, lediglich Notrufe lassen sich noch absetzen.
Die Hacker-Gemeinde arbeitet auf Hochtouren und präsentiert nur Tage später erste Lösungen. Ist ein gehacktes iPhone lahmgelegt, sollte man sein Apple-Handy auf die vorherige Firmware 1.0.2 zurücksetzen. Die Verträge mit den Providern, die Apple stattliche Umsatzbeteiligungen zusichern, dürften dabei eine wesentliche Rolle spielen. In einer Stellungnahme rät Apple betroffenen iPhone-Nutzern, sich ein neues Gerät zu kaufen, wenn sich das Handy nach dem Firmware-Update nicht mehr nutzen lassen sollte. „Wenn der Schaden wegen der Verwendung von unautorisierten Software-Applikationen auf dem iPhone entstanden ist, soll man sich ein neues Gerät kaufen", sagte Apple-Sprecherin Jennifer Bowcock lapidar der Technikseite Cnet.
Das Katz-und-Maus-Spiel geht weiter, bis Apple am 18. Oktober das iPhone offiziell freigibt und ein SDK für Februar 2008 ankündigt, mit dem Dritthersteller Software für das Apple-Handy entwickeln können. Die Entwicklung eines SDK für das Apple-Handy ist laut eines offenen Briefs von Apple-CEO Steve Jobs "keine leichte Aufgabe", weswegen sie auch noch einige Monate in Anspruch nehme: "Einige behaupten, Viren und Malware seien für Telefone kein Problem - das ist aber schlicht nicht wahr." Handy-Viren seien bereits in Umlauf, das iPhone als "ausgereiftestes Telefon aller Zeiten" stelle für Virenprogrammierer ein attraktives Ziel. Das vermuten auch die Sicherheitsspezialisten von Arbor Networks, die für das Jahr 2008 mit massiven Angriffen auf das iPhone rechnen. Die Zeit des Wartens werde sich aber lohnen, die iPhone-Community werde sich über Jahre hinaus über "großartige Dritthersteller-Software, die sicher und zuverlässig auf dem iPhone laufen" erfreuen. Erste SDKs für iPod und iPhone liefert Apple Ende November an Entwickler aus.
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