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Kaufberatung: Das iPad-XL ist da

05.02.2013 | 13:54 Uhr |

Apple hat die iPad-Modellreihe um eine neue Variante mit 128 GB erweitert. Dies macht das iPad noch flexibler. Für wen sich das jetzt erhältliche neue Top-iPad lohnt und für wen nicht.

930 Euro für ein iPad? Das klingt absurd teuer. Doch für einige Nutzer kann sich der Kauf des neuen Riesen-iPad durchaus lohnen. Apple zielt mit diesem neuen Flagschiff nicht nur auf private Nutzer, sondern will der Konkurrenz im Kampf um die Büros dieser Welt das Wasser abgraben.

128 GB gibt es nur beim iPad 4 . Als Wi-Fi-Version kostet das neue Modell 800 Euro, als "Cellular"-Variante sind es 930 Euro. Für alle anderen iPad-Modelle ändert sich nichts. iPad 2 und iPad Mini verbleiben bei 16 bis maximal 64 Gigabyte.

Es ist kein Zufall, dass Apple bei der Ankündigung vor allem praktische Anwendungsfälle von Geschäftskunden nennt und das iPad XL wenige Tage vor Microsofts Tablet Surface Pro auf den Markt bringt. Musikproduktion, Architekten oder Footballtrainer, die Videoanalyse betreiben: Apple bezieht sich in seiner Ankündigung nicht nur auf Heimanwender.

Aus Sicht von Apple verwandelt das Unternehmen damit einen Elfmeter, den die Konkurrenz selbst auf den Punkt gelegt hat: Microsoft bringt nur wenige Tage nach dem iPad 128 GB das neue Tablet Surface Pro mit ebenfalls bis zu 128 GB. Der Unterschied: bei der Konkurrenz mit Windows 8 bleiben von den 128 GB des Tablet nur 83 GB für den Nutzer übrig, den Rest futtert das System auf.

Apples Botschaft ist klar: Du brauchst viel Platz, kümmerst Dich nicht um den einen oder anderen Euro Investitionskosten und willst möglichst viele Einsatzzwecke abdecken? Kauf bei uns! Wer im Beruf auf das iPad angewiesen ist und es sich nicht leisten kann, Inhalte auszusortieren oder wer über den Tag immer wieder neue Fotos auf das iPad importiert, Audioaufnahmen macht oder eine riesige Zahl Dokumente dabei haben muss, der braucht viel Platz – egal wie teuer dieser ist.

Wieviel passt auf 128 GB?

- 30 HD-Filme aus dem iTunes Store
- 150 aufwändige Spiel-Apps
- ca. 17 000 Lieder (256kBit/s)
- 100 000 E-Books (nur Text)

Technisch gibt es keinerlei Unterschiede zwischen dem XL-iPad und seinen kleinen Geschwistern. Selbst für 930 Euro bekommt man ansonsten die gleiche Hardware wie beim billigsten iPad 4 für 500 Euro.

Laptop-Ersatz

Als Apple das iPad vor drei Jahren präsentierte, zielt das Unternehmen damit genau auf die Lücke zwischen Smartphone und Laptop. Das Konzept ist ein Volltreffer. Inzwischen zeigt sich aber, dass die Kunden nicht nur eine vermeintliche Lücke damit füllen. Denn das iPad verdrängt auch bei vielen normalen Anwendern immer mehr den klassischen Computer. Kommunikation, Unterhaltung, Information: diese typischen Anwendungsfelder des Heim-PCs hat oft das iPad übernommen. Das iPad ist längst nicht mehr nur ergänzendes Elektronikspielzeug im Haushalt, sondern ersetzt Laptops und Desktops. Für diese Rolle sind 16 oder 32 Gigabyte Speicher schlicht zu knapp. Direkter Gegenspieler wäre hier beispielsweise das Macbook Air, das mit 128 Gigabyte Speicherplatz mindestens 1150 Euro kostet.

Als Steve Jobs das iPad vorstellte, sollte es eine Lücke füllen. Heute verdrängt es PCs.
Vergrößern Als Steve Jobs das iPad vorstellte, sollte es eine Lücke füllen. Heute verdrängt es PCs.
© Apple

So ist das große iPad nicht nur für Büros und Agenturen prima. Ganz im Gegenteil, Apple trägt damit auch dem Verhalten der Nutzer Rechnung. Apple weiß, dass das iPad mit den eigenen Produkten konkurriert und dort Verkäufe kostet. Apple-Chef Tim Cook sieht das aber gelassen: „Wenn wir unsere eigenen Produkte nicht kannibalisieren, dann werden es andere tun.“

Der Absatz von Computern sinkt seit Jahren, das iPad verkauft sich jedoch auch nach fast drei Jahren immer besser. Im vergangenen Quartal hat Apple fast 23 Millionen Stück absetzen können. Von Apples Computern gingen im gleichen Zeitraum weniger als fünf Millionen an neue Kunden. Insgesamt gibt es mittlerweile 120 Millionen iPads im Einsatz.

Welches iPad für wen?

128 GB : Für Power-Nutzer, mit sehr vielen Medien, die keine Lust auf digitales Aufräumen haben. Auch für Profis, die zum Beispiel Fotos auf dem iPad sichten, Audio aufnehmen oder die Firmendatenbank mit sich tragen müssen. Der Laptop-Ersatz.
 
64 GB : Das iPad für Anspruchsvolle. Ihr iPad ist täglich im Einsatz. Sie spielen viel, schauen unterwegs gerne mal den einen oder anderen Film und haben Ihre Lieblingsmusik immer dabei? Dann sind Sie hier richtig.
 
32 GB : Der Allrounder. Filme sehen Sie nur ganz selten mal, besonders viele Spieleapps wollen Sie auch nicht kaufen. Zum surfen, Musik hören, E-Mail und gelegentlich mal für einen Film: prima Alltags-Helfer!
 
16 GB : Das Spar-iPad. Zum Websurfen, Mails lesen, für E-Books und ein paar Apps prima. Für Intensivnutzer aber schnell viel zu klein.

Medien brauchen Platz

Im Praxiseinsatz sind 128 Gigabyte nicht absurd viel Speicherplatz. Ein paar Dutzend Musikalben, einige Filme, dazu eine Sammlung von Spielen und Apps für den Alltag. Die herkömmlichen iPad-Varianten sind da schnell am Limit. iPad-Benutzer kennen das Ritual, dass ältere Inhalte oft neuen weichen müssen, weil das iPad bis auf das letzte Byte vollgestopft ist.

In den letzten Jahren ist der Platzbedarf immer weiter angestiegen. Im Vergleich zum ersten iPad vor drei Jahren sind Apps, Filme und vieles mehr immer größer geworden. Videos kann das iPad jetzt in Full-HD abspielen, ein HD-Film aus dem iTunes Store ist im Schnitt vier Gigabyte groß.

Jeder iPad-Nutzer kennt das: Das iPad ist randvoll, jetzt muss man erst einmal löschen.
Vergrößern Jeder iPad-Nutzer kennt das: Das iPad ist randvoll, jetzt muss man erst einmal löschen.
© Apple

Apps werden ebenfalls immer größer. Dank Retina-Grafiken und immer aufwändigeren Spielen nimmt auch hier der Platzbedarf weiter zu. Selbst Bücher aus dem iBook-Store können bis zu einem Gigabyte groß sein, wenn sie Multimedia und Videos enthalten. Wo vor drei Jahren vielleicht noch ein iPad mit 16 GB gereicht hat, eignet sich dieses heute beinahe nur noch die einfachsten Dinge.

Fazit

Endlich hat Apple auf die Wünsche nach mehr Speicherplatz gehört. Das Maxi-iPad ist zwar teuer, aber auch kompromisslos. Wer es als Laptop-Ersatz nutzen möchte, wird sich freuen. Noch mehr würden wir uns freuen, wenn Apple die iPad-Varianten befördern würde, statt das Topmodell auch teurer zu machen. 32, 64 und 128 GB zu den bisherigen Preisen wäre angesichts der sinkenden Speicherpreise sicher kein Problem.

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