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Ratgeber: Plasmafernseher oder LCD-TV

31.07.2008 | 13:31 Uhr |

Wer heute einen neuen Fernseher kauft, greift kaum noch zur klobigen Röhre. Flachbildfernseher teilen sich im Wesentlichen in zwei Bauarten auf: Plasma und LCD. Wir zeigen Vor- und Nachteile beider Systeme.

Plasma vs. LCD
Vergrößern Plasma vs. LCD

Flachbildschirm ist nicht Flachbildschirm. Die Techniken von Plaasma- und LCD-TVs unterscheiden sich wesentlich. LCD-Geräten verwenden Flüssigkristalle zur Erzeugung des Fernsehbildes, mit der angelegten Spannung ändert sich die Ausrichtung der Kristalle in den Bildzellen. Diese lassen Licht von einer Hintergrundbeleuchtung mal passiern und mal nicht. Plasma-TVs funktionieren ähnlich wie Leuchtstoffröhren: UV-Strahlen eines Niederdruckplasmas regen Leuchtstoffe an, die buntes Licht abstrahlen. Bauartbedingt erreichen Plasmabildschirm so einen hohen Schwarzwert: Wo das Bild dunkel sein soll, ist es wirklich dunkel. Denn die Flüssigkristallanzeigen können die dauerhaft eingeschaltete Hintergrundbeleuchtung nicht vollständig verdunkeln, bei Plasma-Geräten setzt einfach die Zündung der Plasmakammern aus, wenn Schwärze gewünscht ist.

Plasma-TVs und der Einbrenneffekt
Dafür wird vielerorts die Gefahr beschworen, dass sich helle und statische Bildinhalte wie etwa Senderlogos ins Bild „einfressen“ und dadurch dauerhaft Schattenartefakte verursachen. Im frühen Entwicklungsstadium der Technik war dies tatsächlich ein Problem. Aber heutzutage verbauen die Hersteller Systeme zur Bildschirmschonung und verwenden neue Leuchtstoffe, weshalb der Einbrenneffekt praktisch kaum noch eine Rolle spielt. Nichtsdestotrotz empfiehlt es sich, die Kontrast- und Helligkeitseinstellungen moderat anzupassen. Denn fast alle TV-Geräte werden werksseitig mit zu hohen Einstellungen ausgeliefert. Dagegen verbrauchen moderne LCD-Geräte weniger Strom als Plasmafernseher. Denn statt den herkömmlichen Lampen dienen in der jüngsten Generation genügsame und lichtstarke Leuchtdioden (LEDs) als Lichtquelle.

Leuchtdioden emittieren weniger Wärme
LED-Backlights haben einen weiteren Vorteil: Durch die niedrigere Verlustleistung genügt in den Geräten bereits die Konvektion mit der Luft zur Kühlung. Plasma-Geräte müssen dagegen aktiv mit Lüftern gekühlt werden. Genau hier liegt der Hase im Pfeffer: Durch das Heranschaufeln der kühlenden Luft entstehen Geräusche, die insbesondere in ruhigen Szenen störend sein können. Deshalb sollten Sie beim Kauf eines Plasma-TVs ihr Wunschmodell im Laden „probehören“. Dafür bieten Plasmas einen größeren Blickwinkel, wenngleich Flachbildschirme auf LCD-Basis in den letzten Jahren stark aufgeholt haben. Dadurch haben Zuschauer auch in seitlicher Position eine gute Sicht. Ebenso bleibt die Helligkeit unverändert, wenn Sie aufstehen oder sich hinsetzen.

Größe mit Augenmaß
Wer gleich zum größten Flachbildfernseher greift, begeht unter Umständen einen Fehler. Denn ein Riesen-Display mit 1,5 Metern erschlägt den Zuschauer förmlich. Genauso wirkt ein Mini-Fernseher in einem großen Wohnzimmer verloren. Orientieren Sie sich deshalb an der Raumgröße und damit am Abstand des Zuschauers zum Fernseher. Darüber hinaus werden die Pixel ab einer bestimmten Nähe als hässliche Quadrate sichtbar. Ab welcher Entfernung der Effekt zu sehen ist, hängt jedoch von der individuellen Sehschärfe ab. Für herkömmliche TV-Geräte gilt die Faustregel, dass die 5- bis 6-fache Bilddiagonale der optimale Abstand ist. Vor einem 120-Zentimeter-TV sollte das Sofa also 6 bis 7 Meter entfernt stehen. Jener Richtwert verringert sich, wenn Sie ein HD-Gerät kaufen und vorwiegend hochauflösende Inhalte ansehen. Denn hier fallen die Pixel kleiner aus. Zudem sollten Sie sich bei der Auflösung nicht mit einem HD-ready-Fernseher zufrieden geben: Full-HD-TVs besitzen mehr als doppelt so viele Pixel und liefern deshalb ein detailreicheres Bild.

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