953553

Kaufberatung Video-Compositing-Software

21.07.2006 | 10:47 Uhr |

After the combustion shakes the motion effects... Wer in die Welt der Spezialeffekte und des Motion Designs einsteigen möchte, steht vor der Qual der Wahl: Soll es After Effects sein, Motion, Combustion oder gleich Shake?

Funktionsvergleich
Vergrößern Funktionsvergleich

Die Beantwortung dieser Frage hängt natürlich vom angestrebten Ziel und vom Budget ab: Während der Kunde Motion quasi kostenlos bekommt, wenn er Final Cut Studio erwirbt, muss man für Shake schon knapp 3000 Euro berappen. Die Entscheidung ist nicht einfach, denn grundsätzlich machen alle Compositing-Programme irgendwie dasselbe: mehrere Video- und Bildquellen zusammensetzen, ihre Farben korrigieren, animieren und ausgeben.

Motion

Schon Final Cut Pro oder Avid Xpress auf dem Mac enthalten schier unendlich viele Möglichkeiten, um einfache und mitunter sogar komplexe Spezialeffekte zu generieren: angefangen von fliegenden Buchstaben über Bild-in-Bild-Effekte bis hin zur sekundären Farbkorrektur oder einem Bluescreen-Effekt. Wer an die Grenzen von Final Cut Pro stößt, sollte sich zunächst mit Motion befassen: Weit weniger präzise zu bedienen als Combustion oder gar Shake, setzt Motion wenig Grundkenntnisse voraus und ist dabei sehr intuitiv anzuwenden. Besonders erwähnenswert sind die unzähligen Texteffekte und Live-Fonts sowie der Partikelgenerator, die auch Einsteigern schnelle, professionell anmutende Ergebnisse bescheren. Die innovative Benutzeroberfläche sowie die vergleichsweise geringe Anzahl verwirrender Schaltflächen und Menüpunkte erleichtern den Einstieg ebenfalls erheblich. Auf der anderen Seite verhindern die vielen Vorlagen und Automatismen jedoch präzises Arbeiten, was speziell bei der professionellen Anwendung Voraussetzung ist. Bei Motion verbringt man häufig mehr Zeit damit, einen Effekt auszuschalten, als diesen tatsächlich zu generieren.

Ideal für Einsteiger, die schon mit Final Cut Pro arbeiten und schnelle Ergebnisse wollen

After Effects

Die Mutter aller Compositing-Programme ist wohl Adobe After Effects 7. Mit einem Preis von knapp 800 Euro bietet die Standardversion alles, was man für professionelle Effekte und schickes Motion Design benötigt, außer einem Partikelsystem und einer ordentlichen 3-Wege-Farbkorrektur. Dafür ist der Einstieg durch eine intuitive Benutzerführung und Photoshop-ähnliche Werkzeuge relativ leicht. Da After Effects wie Motion mit einer Vielzahl vorgefertigter Textanimationen geliefert wird, erzielt man schnelle und professionelle Ergebnisse vor allem in der Typo-Animation. Zahllose Filter inklusive unterschiedlicher Bluescreen-Effekte sowie alle Möglichkeiten der Clip-Manipulation im 2- und 3D-Raum erlauben komplexere Spezialeffekte in Hollywood-Manier. After Effects verfügt über eine eigene Scripting-Sprache und kann über das Plug-in Automatic Duck (kostet zusätzlich etwa 500 US-Dollar) Schnittdaten mit Final Cut tauschen.

Ideal für Einsteiger mit ersten Erfah-rungen, die schon viel mit Photoshop arbeiten

Combustion

Etwas komplizierter wird es dann schon bei Combustion 4. Dem Ursprung Discreet entsprechend ist Combustion wie eine professionelle Workstation aufgebaut, mit wenig Fenstern, Paletten oder Menüpunkten, dafür mit umso mehr Schaltflächen. Wer sich noch nie mit Video-Compositing beschäftigt hat, wird hier zunächst Schwierigkeiten haben, sich zurechtzufinden. Im Vergleich zu Motion und mitunter sogar After Effects arbeitet Combustion sehr präzise, wenn nicht sogar steif. Die Auswahl an Filtern ist ausreichend, wenn auch nicht üppig. Dafür verfügt die Software über eine sehr mächtige 3-Wege-Farbkorrektur, die, hat man sie erstmal verstanden, zu beachtlichen Ergebnissen auch bei qualitativ sehr minderwertigen Aufnahmen führt. Combustion ist sowohl Timeline- als auch Baumstruktur-basiert, man kann in beiden Modi arbeiten. Das Partikelsystem der Applikation ist umfangreich, jedoch sehr langsam. Wer also dringend einen Emitter braucht, sollte zunächst in Motion suchen, bevor er sich über die Render-Geschwindigkeit von Combustion ärgert.

Ideal für professionelle Anwender mit einschlägigen Erfahrungen im Compositing und in der 3D-Welt, die häufig eine leistungsstarke Farbkorrektur benötigen

Shake

Die Königsklasse des Compositings auf dem Mac ist sicherlich Apples Shake. Entstanden aus einem reinen Unix-Kommandozeilenprogramm ist Shake 4 massentauglich. Man muss also weder Unix- noch Videoexperte sein, um mit der Software etwas anfangen zu können. Trotzdem sind entsprechende Grundkenntnisse von großem Vorteil. Shake arbeitet mit einer Baumstruktur, was bei komplexen Spezialeffekten auch logischer ist, beim Timeline-gewöhnten Anwender jedoch zunächst auf Unverständnis stoßen kann. Die Anzahl der Filter von Shake ist beachtlich, eine sehr professionelle Farbkorrektur ist enthalten; ein Partikelgenerator fehlt. Shake arbeitet Skript-basiert, sodass jeder Effekt und jedes Compositing quasi als Zeile in einem Skript notiert wird, das mit entsprechenden Unix-Kenntnissen manipulierbar ist. Skript-basiertes Arbeiten ist natürlich wesentlich präziser als das Klicken von Fenstern oder das Schieben von Reglern, was sich in höherer Effizienz und Produktivität äußert.

Ideal für Anwender mit einschlägigen Erfahrungen im Video-Compositing und Ambitionen für den professionellen Bereich

0 Kommentare zu diesem Artikel
953553