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Kaufen oder Mieten? Neue Verleihangebote von Mediamarkt und Otto

20.01.2017 | 13:47 Uhr |

Will man einen iMac vor dem Kauf testen oder benötigt eine gute Kamera für den Karibik-Urlaub, helfen neue Verleihangebote. Es gibt aber Einschränkungen.

Sie brauchen für einen Monat einen aktuellen iMac oder wollen das Macbook Pro vor dem Kauf testen? In Zusammenarbeit mit dem Startup Grover bietet der Elektrohändler Mediamarkt ab sofort den Verleih ausgewählter Produkte an. Neben TV-Geräten und Konsolen gehören auch einige Apple-Produkte zum Angebot, die man für einen oder mehrere Monate mieten kann. Zu erkennen sind die Angebote über einen "Miet mich"-Button.

Günstig ist die Miete nicht: Ein 5K-iMac für 2299 Euro kostet pro Monat 229,90 Euro, also knapp zehn Prozent des Kaufpreises. Das Angebot ist aber recht begrenzt, besser ausgestattete iMac-Versionen werden nicht angeboten und ein Mac Pro gehörte bei Redaktionsschluss nicht zu den Miet-Angeboten. Schade: Zu unserer Überraschung ist auch keines der neuen Macbook Pro bei den leihbaren Geräten dabei, obwohl sich gerade hier ein längerer Test lohnen würde. Nur ein Macbook Pro von 2015 kann man sich kostenpflichtig borgen, für 145 Euro im Monat. Bei den Plus-Varianten der iPhones ist nichts zu holen.

Etwa kompliziert finden wir allerdings das Preismodell. 30 Prozent der Mietkosten (in unserem Fall 68,97 Euro pro Monat) werden auf einen eventuellen Kaufpreis angerechnet. Man kann einen etwas günstigeren Drei-Monats-Plan wählen und bei Übertreten des Verkaufspreises wird nach drei Monaten aus der Miete ein Mietkauf. Für den iMac hat man dann allerdings fast 3000 Euro gezahlt. Wahrscheinlich ist es den Anbietern nur recht, wenn der Mieter das Produkt behält. Versichert sind die Produkte zu 50 Prozent: Geht die ausgeliehene Edel-Kamera im Urlaub verloren, zahlt man den halben Kaufpreis.

Eine Ausleihe ist übrigens nicht nur über Mediamarkt.de möglich, sondern auch über den eigenen Leihpool von Grover, den man über getgrover.de erreicht. Allerdings handelt es sich um „neuwertige“ Geräte und bei Redaktionsschluss waren alle Macs im Grover-Leihpool ausgeliehen.

Alternative zu Mediamarkt: Otto Now

Auch Otto hat seit kurzer Zeit einen Verleihservice gestartet, den Dienst Otto now . Auch hier ist der Privatanwender die Zielgruppe - allerdings finden wir hier keine Macs. Das Angebot des neue gestarteten Dienstes ist recht schmal, an Kameras bietet der Versender nur drei Canon-DSLRs an - die EOs 80D, die 750D und EOS 750D. Konkurrenz für Foto-Verleihdienste ist Otto-Now also offensichtlich nicht. Die Mindestmietdauer beträgt außerdem drei Monate, dafür ist der monatliche Betrag günstiger. Eine Canon EOS 80 D mit Objektiv kann der Foto-Amateur für 60 Euro im Monat mieten, zahlt für drei Monate also 180 Euro. Nicht unkompliziert ist aber auch bei Otto das Preismodell:  Nach 12 Monaten sinkt der Mietpreis auf 50 Euro im Monat, nach 24 Monaten auf 30 Euro. Versichert sind die Geräte außerdem offenbar nicht.

Verleih für Firmen und Selbstständige

Die Angebote von Grover könnte natürlich auch für einen beruflichen Anwender interessant sein, benötigt man doch eventuell für ein Videoprojekt nur wenige Tage eine Profi-Kamera oder einen 5K-Mac. Zielgruppe der Anbieter sind aber offensichtlich Privatanwender.

Der Verleih von Macs ist im kommerziellen Bereich außerdem schon lange selbstverständlich, in jeder größeren Stadt gibt es Systemhäuser oder Spezialisten wie Macverleih.de oder Macrent.de . Der größte Unterschied zu den beiden neuen Verleihdiensten: Hier wird oft auf Wochenbasis oder individuell abgerechnet, da Firmen die Macs oft zu Messen oder Veranstaltungen mieten. Profikameras werden dagegen sogar oft auf Tagesbasis vermietet, etwa von Calumet oder Fachhändlern wie Foto Sauter. Hier ist dafür auch das Angebot reichhaltiger und auf Profis zugeschnitten, etwa wenn ein Mac Pro plus Monitor benötigt wird. Für Firmen und Selbstständige könnte außerdem statt einer längeren Miete sowieso Leasing sinnvoller sein.

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