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Kaum private Nutzung des Web in Deutschland

05.07.2000 | 00:00 Uhr |

In Deutschland, aber auch in den USA werden
Internet und PC privat kaum genutzt.

Das geht aus einer Umfrage des B.A.T-Freizeit-Forschungsinstituts
bei jeweils 3 000 Menschen in beiden Ländern hervor, die von Januar
bis März nach ihrem Gebrauch elektronischer Medien befragt wurden.
Die von der deutschen Computerbranche geäußerten Befürchtungen,
Deutschland sei auf dem Weg in die Informationsgesellschaft abgehängt
worden, beschwichtigt das Institut. In Wirklichkeit wollten drei
Viertel aller Amerikaner vom Internet nichts wissen und «zappten»
stattdessen lieber durch die TV- Programme, berichtete das Institut
am Dienstag in Hamburg.

«Die meisten Deutschen, aber auch die Mehrheit der Amerikaner sind
Computer-Muffel», bilanzierte Institutsleiter Prof. Horst W.
Opaschowski. Jeder vierte Amerikaner nutzt demnach das weltweite
Datennetz wenigstens einmal in der Woche für private Konusm-,
Informations- oder Unterhaltungszwecke. In Deutschland sind es aber
erst sieben Prozent. Vom PC zu Hause machen 83 Prozent der Deutschen
und 70 Prozent der Amerikaner keinen regelmäßigen Gebrauch.

«Das Internet wird auch in fünf Jahren kein Massenmedium wie das
Fernsehen sein», prognostizierte Opaschowski. Denn: Die Mehrheit der
18- bis 29-Jährigen sei in beiden Ländern (D: 66 Prozent, USA: 63
Prozent) nicht am PC als Alltagsmedium interessiert und verweigere
sich. «Wer bisher pausenlos passiv war, wird nicht plötzlich aktiv
oder grenzenlos interaktiv sein können», meint der Freizeit-
Forscher. Die Verbreitung des Internets sei eine Frage von ein bis
zwei Generationen.

Die in den Beruf strebende Generation ist den neuen Medien bereits
aufgeschlossen. Jeder fünfte amerikanische High-School-Absolvent und
auch jeder fünfte Befragte mit Realschulabschluss in Deutschland
mache regelmäßig zu Hause vom PC Gebrauch, bei den Abiturienten seien
es 34 Prozent. 52 Prozent der deutschen Universitätsabsolventen
nutzten regelmäßig ihren PC und stehen ihren US-Kollegen kaum nach:
54 Prozent der so genannten Post-Graduate-Absolventen sind PC-Nutzer.
dpa

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