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Kein Anschluss mehr bei Sony Connect

20.06.2007 | 14:07 Uhr |

Der Erfinder des Walkman sieht sich erneut konfrontiert mit seinen Versäumnissen im Bereich der digitalen Musik: Sony plant für die kommenden Monate das Ende seines Musik- und Video-Downloadangebots Connect.

Von den 100 Beschäftigten werden nach Medienberichten 20 entlassen, der Rest der Mannschaft soll in die PlayStation-Abteilung versetzt werden, auch das Geschäft mit den eBooks soll weitergehen. Unklar ist allerdings, ob und wie sich die Aufgabe von Connect auf das Digitale Rechtemanagement (DRM) von bereits gekauften Medien auswirkt.

Am Freitagabend vergangener Woche, so berichtet das Online-Magazin paidcontent.org , soll bei einer Personalversammlung bei Sony Connect in Los Angeles das Ende des Musikdienstes verkündet worden sein. Abteilungleiter Steve Banfield wird demnach in den nächsten Wochen seinen Posten räumen, etwa 80 Mitarbeiter wechseln in die PlayStation-Abteilung, die restlichen 20 Kollegen verlieren ihre Jobs. Das Geschäft mit eBooks soll aber fortgeführt werden. Unklar ist, was mit der Marke Sony Connect weiter passieren wird. Möglich ist, so spekuliert Ars Technica , dass Sony weiterhin Musik und bewegte Bilder anbieten wird, dann allerdings mit dem Fokus auf Besitzer der PlayStation 3 (PS3) und der PlayStation Portable (PSP). Für die Kunden gibt es bereits den PlayStation Store, die PS3 besitzt einen digitalen HDMI-Anschluss, der auch für den Kopierschutz eine wichtige Voraussetzung darstellt. Ähnlich wie Apple TV könnte Sony die PS3 zum digitalen Hub aufwerten, der das Internet mit seinen digitalen Medien in den Fernseher bringt. Microsoft hat für seine Xbox-Kunden bereits ein vergleichbares Angebot. Noch kein Wort hat Sony über die weitere Entwicklung der SonicStage-Software verloren, die wie iTunes das Bindeglied zwischen Player und Computer bildet. Spannend dürfte auch sein, wie sich nach Einstellung von Sony Connect das digitale Rechtemanagement von gekauften Titeln noch managen lässt. SonicStage, Sony Connect und die Connect-Player waren die verspätete Antwort auf Apples Durchmarsch im Digitalmusikmarkt mit dem Gespann aus iTunes, dem iTunes Store und der iPod-Familie. Mac-Anwender konnten Sonys Dienste überhaupt nicht nutzen, für den Zugang zum Connect-Store benötigen Anwender den Internet Explorer ab Version 6 oder die SonicStage-Software - beide Programme sind nicht Mac-kompatibel, der benutzte Codec ATRAC3 und das DRM nicht kompatibel zu handelsüblichen MP3-Playern.

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