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Kein Ladenschluss: iTunes Store zu Weihnachten überrannt

28.12.2006 | 13:40 Uhr |

Auch der Weihnachtsmann durfte sich dieses Jahr freuen: Statt unhandlicher Modelleisenbahn-Startersets oder sperriger Puppenhäuser auf den Schlitten zu spannen konnte Santa Claus handliche iPods im Geschenkesack verstauen - offenbar tonnenweise.

Amazon meldet sein bestes Weihnachtsgeschäft, vier iPod-Modell listet der Online-Händler in seinen US-Elektronik-Verkaufscharts. Mittelbare Folge: Der iTunes Store konnte über die Feiertage den Ansturm von Neu-iPod-Besitzern kaum standhalten.

Verfünffacht hat sich der Kundenstrom zu Apples iTunes-Seite über die Feiertage, 413 Prozent mehr Downloadaktivitäten im Vergleich zum Vorjahresfest haben die Internetstistiker von Hitwise ermittelt. Wer einen Player von Apple unter dem Weihnachtsbaum fand, musste häufig die neueste iTunes- und QuickTime-Software auf seinen PC oder Mac laden - Apple verzichtet seit einiger Zeit auf die Installations-CD zugunsten eines kleineren Packungsdesigns. Ein relativ gutes Ergebnis konnte auch Microsofts Zune.com-Seite einfahren: Im Vergleich zur Vorwoche schoss der Internetverkehr um 1033 Prozent nach oben, doch mit einem Zuwachs von 1222 Prozent konnte auch iTunes den jungen Rivalen hier übertrumpfen. Mehr noch: Im direkten Vergleich zune.com gegen apple.com/itunes hatte der iPod-Hersteller 30-mal mehr Besucher als Microsoft.  

iTunes Store konnte die Kundenmassen kaum befriedigen

Noch interessanter wären genaue Traffic-Zahlen zu den Downloads aus dem iTunes-Store - die können jedoch von den Verkehrsbeobachtern des Internets nicht ermittelt werden. Doch so, wie in Deutschland am ersten Verkaufstag nach Weihnachten die Elektronikwarenhäuser gefüllt waren, hat auch der iTunes Store einen Kundenandrang bislang nicht erlebten Ausmaßes erfahren: Die Nachrichtenagentur AP meldet, dass eine Vielzahl von Kunden den Store nicht betreten konnten, andere nicht einkaufen konnten - und die, die glaubten, eingekauft zu haben, beim Download der Dateien lange Wartezeiten und Verbindungsabbrüche hinnehmen mussten. Auch in Apples Diskussionsforen sind neben diesem viele weitere Einträge zu finden. AP vermutet eine große Anzahl von Neukunden, die ihren neuen iPod mit Musik füttern wollten - schließlich lagen vielen Playern auch Geschenkgutscheine für Musik aus dem iTunes Store bei. Zusammengebrochen sei der Store zwar nicht, zitiert die AP Macworld-Redakteur Dan Frakes, aber nicht jeder Kunde wäre hineingekommen. Für Gene Munster, Analyst beim Investmenthaus Piper Jaffray, ist der Ansturm im Grunde ein gutes Zeichen für den Umsatz, denn selbst Apple sei wohl überrascht gewesen. Und auch Kollege Michael Gartenberg von Jupiter Research pflichtet bei: "Kein Zweifel: Der iPod ist ein äußerst populäres Geschenk gewesen!"  

Lieblings-Geschenk iPod - auch bei Amazon

Satte Gewinne und einen prächtigen Umsatzanteil dürfte die iPod-Familie auch dem Online-Händler Amazon beschert haben: Vier iPod-Modelle listet das Versandhaus auf seiner US-Seite unter den Top 10 in der Kategorie "Elektronik" : Neben der Canon PowerShot SD600 (Platz 7), drei Flash-Speicherkarten oder -Sticks, einem iPod-Armband von Belkin findet sich der SanDisk-Player SDMX4-2048 als einziger Nicht-Apple-Player unter den ersten 10 und holt sich den dritten Platz. Bestseller ist der schwarze 30-GB-iPod, gefolgt vom neuen Shuffle, der iPod nano mit 2 GB findet sich auf Platz 5, Apples ganz großer iPod in schwarz (80 GB) auf Position 8. Beeindruckend sind auch die Ergebnisse in den Kategorien Notebook und Desktops : Apple sichert sich hier alle Top-Positionen und verweist die Konkurrenz auf die Ränge. In der Deutschland-Filiale schafft es Apple mit dem MacBook erst auf Platz 27, Mac mini Combo und iMac 17 Zoll sind immerhin auf den Desktop-PC-Plätzen 11 und 12 gelistet, die ersten iPods finden sich in der Elektronik-Hitliste ab Platz 27. Nach Agenturberichten ist das diesjährige Weihnachtsgeschäft für Amazon bestens verlaufen, der beste Tag der Saison brachte vier Millionen Produktbestellungen, 600.000 Bestellungen pro Tag konnten in Deutschland verzeichnet werden.

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