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Kein Vorzug bei T-Online-Aktie

17.03.2000 | 00:00 Uhr |

Die Telekom-Tochter T-Online darf bei ihrem
Börsengang im April nicht Aktien bevorzugt an Kunden vergeben, die an
einer Kundenbefragung teilnehmen. Das hat das Landgericht Hamburg in
einer Einstweiligen Verfügung am Donnerstag entschieden. Den
Verantwortlichen bei der Deutschen Telekom AG (Bonn) und der T-Online
International AG (Weiterstadt) wird bei Androhung einer Haft von
sechs Monaten oder einem Ordnungsgeld von maximal 500 000 DM
verboten, Kunden «eine Bevorzugung bei der Zuteilung der T-Online-Aktien zu versprechen, dafür zu werben und/oder Teilnehmern an einer
solchen Kundenbefragung solche Vorteile zu gewähren». Das geht aus
einer Abschrift der Verfügung hervor, die der dpa vorliegt.
Das Vorzugsprogramm für T-Online-Kunden hatte in der Branche für
großes Aufsehen gesorgt. Nach Beschwerden hatte allerdings das
Bundesaufsichtsamt für den Wertpapierhandel in Frankfurt/Main die
Offerte als «legitim» bezeichnet. «Das ist ein Fall der normalen
Kundenpflege», sagte Amtssprecher Udo Fenchel der Finanzagentur dpa-
AFX am Donnerstag in Frankfurt.

T-Online hatte angekündigt, vom 9. März bis zum 31. März seinen
4,3 Millionen Kunden die Teilnahme an einer Befragung zu ihren
Erfahrungen und Interessen anzubieten. Damit versuche das
Unternehmen, das Produkt- und Serviceangebot zu verbessern. Im
Gegenzug verspricht T-Online, die Befragten bei der Zuteilung im
Rahmen der bevorstehenden Aktienemission bevorzugt zu behandeln.
Details zu Art und Umfang des Vorteils würden jedoch erst am Ende der
Zeichnungsfrist ab dem 12. April gemacht.

Die Einstweilige Verfügung der Kammer 6 für Handelsfragen am
Landgericht Hamburg war von der Zentrale zur Bekämpfung unlauteren
Wettbewerbs e.V. Franfurt am Main beantragt worden. Die Deutsche
Telekom AG wollte zu der Einstweiligen Verfügung auf Anfrage keine
Stellungnahme abgeben, da der Beschluss noch nicht offiziell
zugestellt worden sei.
dpa

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