968930

Keine Einigung im Streit um niedrigere Roaminggebühren

04.05.2007 | 10:32 Uhr |

Im Streit um niedrigere Handy-Auslandsgebühren rechtzeitig zu den Sommerferien ist weiter keine Einigung in Sicht.

Die EU-Regierungen und das Europaparlament seien bei den Obergrenzen der so genannten Roaming-Gebühren uneins, sagten Diplomaten am Donnerstag in Brüssel. Deswegen sei die für kommende Woche vorgesehene Abstimmung im Parlament auf den 23. Mai verschoben worden. Es gebe aber weiter die Hoffnung, dass bis zum Ende der deutschen EU-Ratspräsidentschaft im Juni ein Kompromiss gefunden werde. Ob die geplante Verordnung dann noch rechtzeitig für die Reisezeit in Kraft treten könne, sei aber unklar. Parlament und Kommission fordern eine Absenkung der Gebühren auf höchstens 40 Cent je Minute für eigene und 15 Cent für angenommene Anrufe. Die deutsche Ratspräsidentschaft hat Obergrenzen von 60 und 30 Cent ins Gespräch gebracht. Auf Druck der EU hatten einige Handy-Anbieter ihre Tarife für Auslandsgespräche in den vergangenen zwei Jahren bereits deutlich gesenkt, um ein Gesetz zu verhindern. In einigen Fällen sind die Gebühren aber weiter auf bis zu drei Euro je Minute gestiegen. Auf die Roaming-Gebühren entfallen mit jährlich fünf Milliarden Euro knapp sechs Prozent der gesamten Mobilfunkumsätze. Experten zufolge ist nicht ausgeschlossen, dass die Umsätze in Folge der Deckelung sogar steigen, da die Menschen dann im Ausland öfter zum Handy greifen könnten. Ein Kompromiss zeichnet sich den Angaben nach in der Frage der Geltung der gesetzlichen Maximalpreise ab. Die Deckelung soll demnach automatisch für Neukunden und bestehende Handy-Verträge gelten. Einen eigenen Antrag müssen Kunden stellen, die bereits heute einen extra Roaming-Tarif haben. Dies seien besonders Geschäftskunden, die mit den Tarifen Erfahrung hätten und im Zweifel in den Schutztarif wechseln könnten, hieß es in Kommissionskreisen. Dies seien 10 bis 20 Prozent der gut 150 Millionen Roaming-Kunden. (dpa)

0 Kommentare zu diesem Artikel
968930