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Keine Gesundheitsgefahr durch Mobilfunk

31.05.2002 | 15:58 Uhr |

Berlin (dpa) - Nach den Aussagen von Prof. Jiri Silny gibt es nach wie vor keine Beweise für eine Gesundheitsschädigung durch Mobilfunk. Wenn es tatsächlich eine Gesundheitsbeeinträchtigung gäbe, müsste sie schon längst eingetreten sein durch die seit Jahrzehnten arbeitenden Fernseh- und Rundfunksender, meinte der Leiter des Forschungszentrums für Elektro-Magnetische Umweltverträglichkeit der RWTH Aachen in einem dpa-Gespräch.
"Wenn überhaupt ein Gesundheitsproblem zu erwarten ist, dann von den Handys selbst und nicht von deren Sendestationen", sagte Silny. Die Exposition, also das, was beim Menschen ankommt, durch Sendestationen sei in etwa 1000-fach schwächer als die durch Handygeräte. Silny bezifferte die Exposition durch Mobilfunktelefone des D- und E-Netzes sowie von UMTS direkt am Kopf mit 5 bis 10 Watt pro Quadratmeter Fläche. Bei den Sendestationen für Rundfunk, Fernsehen und Mobiltelefonie betrage die Exposition je nach Abstand vom Sender nur 0,005 bis 0,05 Watt pro Quadratmeter.
Kritiker sehen die Exposition in direktem Zusammenhang mit einer Zunahme von Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Krebs, Leukämie und vielen anderen Erkrankungen. "Es deutet nichts darauf hin, dass wir einen starken Anstieg in irgendeiner Erkrankung haben", sagte Silny dazu. "Mit den sehr kleinen Zahlen bei kindlicher Leukämie oder den sehr seltenen Augentumoren lässt sich ohnehin keine verlässliche Statistik betreiben."
"Wir können nicht nachweisen, dass die Felder keinen Effekt haben", sagte Silny, "das ist nicht möglich in der Medizin wegen der großen Variabilität im Körper."(dpa)

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