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Keine Nachteile für die Kunden

09.09.2003 | 12:46 Uhr |

Vor knapp einem Monat haben sich der Industrieverband Bitkom und die Verwertungsgesellschaften auf eine Urheberabgabe über 9,21 Euro pro verkauftem DVD-Brenner verständigt. Iomega hat sich nun den Fragen der Macwelt gestellt.

Wer sich heute einen DVD-Brenner kauft, zahlt 9,21 Euro an die Verwertungsgesellschaften ZPÜ (Zentralstelle für private Überspielungsrechte), Wort und Bild-Kunst. Am 11. August hatten diese mit dem Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) die Höhe der Abgabe ausgehandelt, die rückwirkend zum 1. Januar 2003 für alle verkauften Geräte fällig ist. Macwelt.de hatte deshalb bei den Laufwerkherstellern nachgefragt, ob sie die Urheberabgabe ihren Preisen aufschlagen oder ob diese stabil bleiben. Während etwa Plextor damit rechnet, dass seine deutschen Distributoren den Betrag aufschlagen werden, versicherte das Gros der Hersteller stabile Preise. Doch Iomega wollte den zu entrichtenden Obolus an Künstler und Urheber noch vor einem Monat nicht kommentieren. Jetzt hat sich PR Managerin Lina van der Wel gegenüber der Macwelt geäußert:

Macwelt: Was halten Sie von der jüngst beschlossenen Urheberabgabe auf DVD-Brenner?


van der Wel: Iomega ist einer der führenden weltweiten Anbieter von Speicherlösungen - wir wollen auf keinen Fall das Anfertigen illegaler Kopien unterstützen. Unsere Produkte sollen den Kunden das kreative Bearbeiten von eigenem Filmaterial auf DVD und das Vervielfältigen der privaten Filme ermöglichen. Wir respektieren die Entscheidung der deutschen Regierung bezüglich der Gebührenabgabe für DVDs. Um dem Endanwender keine zusätzlichen Kosten aufzubürden, übernehmen wir die Gebühren stellvertretend für die Käufer.

Macwelt: Dennoch diskutiert man kontrovers darüber, ob deutsche Anwender gegenüber anderen europäischen benachteiligt seien - zum Beispiel sind in den Niederlanden keinerlei Urheberrechtsabgaben fällig. Halten Sie durch den Beschluss die Interessen der Anwender und der Urheber für ausgeglichen?

van der Wel: Ohne Zweifel muss das geistige Eigentum von Autoren und Künstlern vor illegalen Kopien geschützt werden. Durch die Abgaben werden nun auch die Produzenten von DVD- Brennern und -Rohlingen in die Verantwortung genommen. Iomega wird dabei aber die Abgaben nicht an die Konsumenten weiterberechnen.

Macwelt: Im Januar hat die ZPÜ bereits eine Abgabe auf DVD-R-Medien in Höhe von 17,4 Cent pro Rohling ausgehandelt, ist das nicht genug? Und was halten Sie von der Höhe der Laufwerkabgabe?

van der Wel: Leider haben wir als Hersteller keinen Einfluss auf die Gebührenabgabe als solche noch auf ihre Höhe. Die Gebühren sind sehr hoch - für den Hersteller entstehen dabei zusätzliche Kosten, sofern er diese nicht auf den Anwender abwälzt. Da wir nicht die Absicht haben, dies heute oder in Zukunft zu tun, verringert sich schlicht und einfach unsere eigene Gewinnmarge bei diesen Produkten.

Macwelt: Wir nehmen jetzt einmal an, dass Sie mit der Abgabe gerechnet haben, aber wie wird die Preisgestaltung von Iomega in Europa künftig aussehen?

van der Wel: Iomega hat europaweit einheitliche Preise für DVD Brenner. Darum hat sich Iomega entschieden, die Gebühr nicht an die Käufer weiterzugeben, sondern selbst zu tragen. Für unsere Kunden ergeben sich also durch die Gebühren keine Nachteile.

Macwelt: Vielen Dank.

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