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Keine Scanner mehr von Heidelberg

22.04.2002 | 13:35 Uhr |

Der Scannermarkt wird immer übersichtlicher. Nach Agfa zieht sich jetzt auch Heidelberg zurück.

München/Macwelt - Heidelberg stellt Entwicklung, Produktion und Verkauf von Scannern ein. Was auf der Cebit bereits gemunkelt wurde, hat der Konzern am Freitag bestätigt. Die Entscheidung trifft die gesamte Desktop-Scanner-Reihe Linoscan sowie die Stand-alone-Geräte Nexscan und die hochwertigen Trommelscanner der Primescan-Reihe. Service und Support will der Hersteller jedoch für alle Produkte weiterhin leisten. So erklärt sich im Nachhinein auch, weshalb Heidelberg die Farbmanagement-Software Linocolor, die den Heidelberg-Scannern beilag, nicht weiter auf Mac-OS X anpasst, obwohl die Software bereits auf der Cebit 2001 zumindest in einem Alpha-Stadium vorlag. Stattdessen will der Hersteller die Software Newcolor, die es bislang nur für Windows gab, für das Mac-OS bereit stellen.

Da auch der Filmbelichter-Markt rückläufig ist, reduziert der Konzern die Produktpalette im Computer-to-Film-Segment auf die Highend-Geräte und konzentriert sich verstärkt auf Maschinen für den Computer-to-Plate-Bereich sowie auf Workflow-Software.

Der Hersteller, der sich mit der Produktion von Druckmaschinen weltweit einen Namen gemacht hat, will sich künftig wieder mehr auf dieses Kerngeschäft sowie den Verkauf von Digitaldruckmaschinen konzentrieren. Nachdem der Verkauf der Print-on-Demand-Maschine Nexpress gut angelaufen ist, will man die Produktion dieser Maschinen, die in Kiel läuft, weiter ausbauen. Dennoch wird die Umstrukturierung in den nächsten Monaten etwa 200 Arbeitsplätze im Prepress-Bereich kosten, wobei man im Digitaldruck-Bereich 60 neue Stellen schaffen will.

Nach dem Scanner-Boom im Jahr 2000 hat sich der Markt 2001 stark rückläufig entwickelt. Bereits im Herbst letzten Jahres hatte Agfa sich aus dem Desktop-Scanner-Markt zurückgezogen, inzwischen hat Umax einen Restposten von Agfa Arcus-Geräten aufgekauft und verkauft sie unter dem Namen Alphavista II. Andere Hersteller von Desktopscannern halten sich trotz der schlechten Lage am Markt, wenn sie auf das Scannergeschäft nicht angewiesen sind, etwa weil das Kerngeschäft bei Digitalkameras oder Druckern liegt. dc

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