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Keine Sorge um Quark Xpress

10.09.2002 | 14:30 Uhr |

Im Anschluss an die Keynote zur Apple Expo haben sich leitende Angestellte des Mac-Herstellers den Fragen der Presse gestellt und interessante Details genannt.

München/Macwelt - Neben Apple-CEO Steve Jobs stellten sich der Europa-Chef Pascal Cagni, die beiden Chefentwickler für Hard- und Software, Jon Rubinstein und Avie Tevanian sowie der Verkaufsleiter Tim Cook unmittelbar nach der Keynote den Fragen der Presse.
Bereits in New York hatte Steve Jobs bei einer ähnlichen Gelgenheit davon gesprochen, Intel "gerne als Alternative" zu haben. Erneut bestätigte in Paris der Apple-Boss, dass man mit Mac-OS X jetzt alle Möglichkeiten habe. Indes sehe man keine Veranlassung für einen Wechsel, mit IBM und Motorola sei man sehr zufrieden. Apple treibt beide Prozessorenhersteller in ihren Entwicklungen voran, eine einseitige Abhängigkeit von Motorola bestehe nicht.

Nicht kategorisch zurückgewisen hat der Apple-Boss Spekulationen über einen Tablet-PC aus Cupertino. Man wolle die Entwicklung abwarten, einen Taschencomputer mit bloßer Stifteingabe hält Steve Jobs für wenig marktfähig. "Wenn man am Tag mehrere dutzend E-Mails bearbeitet, braucht man eine Tastatur." Technologien für einen Newton-Nachfolger sieht Jobs aber bereit stehen, ohne den Namen Inkwell zu erwähnen.

Die wichtigste Neuigkeit der Keynote verteidigte Steve Jobs mit den gleichen Argumenten, mit denen er schon während der Ansprache Apples Schritt begründete, neue Rechner nur noch unter Mac-OS X starten zu lassen. Den Entwicklern im eigenen Hause und denen von Drittherstellern könne man es auch aus Kostengründen nicht mehr länger zumuten, beide Systeme zu unterstützen. Auf die Frage hin, ob eine der wichtigsten Mac-Anwendungen, Quark Xpress, das nur unter Mac-OS 9 läuft, dieser Strategie nicht zuwider laufe, meinte Jobs, sich keine Sorgen deswegen zu machen. In "sehr naher Zukunft" erwarten die Apple-Bosse eine Ankündigung von Quark zu einer Xpress-Version, die nativ unter Mac-OS X läuft.

Entschuldigt hat sich Steve Jobs noch einmal, dass bis heute der iPhoto-Service für die Erstellung von Fotoalben nicht in Europa angekommen ist. Man habe jedoch bereits einen Partner gefunden, den man in Kürze vorstellen werde. Eine nähere Zeitangabe machte keiner aus der versammelten Führungsriege des Mac-Herstellers.

Keinerlei Gewissensbisse hat Apple wegen der kostenpflichtigen .mac-Dienste: "We like to make money!" Man sei nicht nur den Shareholdern gegenüber verpflichtet, profitabel zu sein, sondern auch den Kunden, denen man weiterhin attraktive und innovative Produkte anbieten wolle. Die Einnahmen der iTools-Nachfolger investiert Apple in die Entwicklung.
In der derzeitigen Krise der Computerindustrie, die Steve Jobs "ernsthaft" nannte, würden nur zwei Companies Geld verdienen: Dell und Apple. Die Talsohle der Krise scheint den Top-Managern aus Cupertino durchschritten, aus der Rezession will Apple stärker herausgehen, als es vorher war. Die Barreserven von drei Milliarden Dollar helfen dabei, auch weiterhin auf Innovation zu setzen und auf Sparmaßnahmen zu verzichten.

Die populäre Switch-Kampagne kommt nach Europa. Im ersten Halbjahr 2003 sollen auch "Real People" in der alten Welt ihre Geschichten vom Plattformwechsel erzählen. Weiterhin fokussiert Apple auf Privatanwender mit der Kampagne und nicht auf Firmenkunden. Nach den Wünschen von Steve Jobs sollen "die Leute sich privat einen Mac kaufen und dann ihren Boss überzeugen."
Durch den Wechsel auf Mac-OS X kommen aber vermehrt Firmen auf Apple zu, die bislang hauptsächlich mit anderen Unix-Derivaten gearbeitet hätten. Darunter seien Unternehmen, die "zuvor niemals unsere Anrufe beantwortet haben."
Die Switch-Kampagne zeigt in den USA deutliche Wirkung, so hätten in der letzten Woche rund 200.000 Neugierige die Apple-Stores aufgesucht. Die eigenen Ladenkette wird ins Ausland expandieren, genauere Zahlen zum wirtschafltichen Erfolg der Retail-Stores gibt Apple mit den nächsten Quartalszahlen bekannt. Man sei jedoch "finanziell erfolgreich".

Mit Microsoft habe man derzeit "normale" Beziehungen, es gebe keine Verträge und man behandle den Softwareriesen genau so wie auch andere Dritthersteller. Ein größeres Update für Apple Works, das in Konkurrenz zu Office v. X treten würde, sei derzeit kein Thema.

Noch in diesem Herbst soll der Xserve-RAID auf den Markt kommen. Stück für Stück wolle man seinen Server perfektionieren, man habe aber im Frühjahr unbedingt damit auf den Markt kommen müssen. sh/pm

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