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Siri und die Hinweise zur Keynote am Mittwoch

07.09.2015 | 13:26 Uhr |

"Hey Siri, gib' uns einen Hinweis!" - die Sprachassistentin von iOS schweigt aber noch zum Special Event am Mittwoch. Wir nicht.

Neue iPhones, ein neues Apple TV, womöglich gar das lang erwartete iPad Pro und jede Menge Updates zu iOS 9, Watch OS 2 und OS X 10.11 El Capitan: Apple kann vermutlich das volles Programm am 9. September abspielen. Das Event unter dem Slogan „Hey Siri, give us a hint.“ wurde bereits lang erwartet und steigt nun exakt ein Jahr nach dem "We wish we could say more"- Event  vom Vorjahr, als Apple iPhone 6 (Plus), die Apple Watch und Apple Pay präsentierte. Veranstaltungsort ist in diesem Jahr aber das 7000 Zuschauer fassende Bill-Graham-Auditorium in San Francisco, Beginn ist 10.00 Uhr Ortszeit - 19 Uhr MESZ. Die Show sollte also größer werden als in Jahren zuvor, zumindest für das Live-Publikum. Apple überträgt - wie mittlerweile üblich - das Special Event live im Web und auf der Apple TV (ab Systemversion 6.2), erstmals können auch PC-Anwender via Windows 10 mit dabei sein.

Fragt man übrigens Siri nach einem Hinweis, zuckt die virtuelle Dame imaginär mit den Schultern. "GIb' uns einen Hinweis" führt zu einer Websuche nach der Phrase, "Give us a hint" versteht Siri überhaupt nicht. Zumindest wenn die Sprache auf dem iPhone auf deutsch eingestellt ist. "Gefasster Hinz" meint Siri da zu verstehen oder sucht vergeblich nach Wasserwerken in der Nähe. Welche Hinweise aber nun tatsächlich kursieren und etwas taugen, fassen wir im Folgenden zusammen.

Neue iPhones - Evolution statt Revolution

Seit 2011 (iPhone 4S) stellt Apple Anfang September die jeweils neue iPhone-Generation im Herbst vor, damals Anfang Oktober seit 2012 (iPhone 5) immer Anfang September. Das  wird auch heuer der Fall sein, aller Voraussicht nach hat sich Apple aber wie zuletzt in den ungeraden Jahren für eine evolutionäre Weiterentwicklung des iPhone entschieden. iPhone 6S und iPhone 6S Plus heißen wohl die neuen Modelle. In den bekannten Gehäusen mit Bildschirmdiagonalen von 4,7 Zoll und 5,5 Zoll arbeitet jeweils der schnellere A9-Chip. Gerüchte-Blogs berichten über eine Erweiterung des Arbeitsspeichers auf 2 GB RAM. Apple verbessert mit jedem iPhone-Modell dessen Kamera auf der Software- und Hardware-Seite. Auch in diesem Jahr ist zu erwarten, dass sich die Kameraleistungen ändern. Ob der Hersteller tatsächlich einen größeren Chip in die Kamera einbaut und die Auflösung auf 12 Megapixel erhöht, bliebt bisher Gegenstand der Spekulationen. Der Hersteller wird nach Wunsch wohl auch die eigene Apple-SIM anbieten. Die hauseigene SIM ist für das iPad auch in Deutschland zu kaufen, im Herbst kommt wohl eine Variante für das iPhone. Offen ist auch noch wie Apple mit älteren Produkten verfährt. Vermutlich bleiben iPhone 6 und iPhone 6 Plus mit jeweils einem 16-GB-Modell im Handel, das iPhone 5S könnte als Einsteigergerät verbleiben. Womöglich traut sich Apple aber auch an ein buntes iPhone 6C heran, im Design des iPod Touch und mit noch günstigerem Preis. Das iPhone 5C wird vermutlich aus dem Handel gehen. Wer sich mit dem Gedanken trägt, nicht das allerneueste iPhone zu kaufen, sondern ein älteres oder gebrauchtes Telefon , wird ab Mitte September auf ein verbessertes Angebot stoßen. In einem längeren Gerüchteticker haben wir alle bisher bekannten Informationen und Spekulationen zum iPhone 6S zusammengefasst.

iOS 9 und Watch OS 2

Die neuen iPhones kommen vermutlich am 18. September in den wichtigsten Märkten (darunter Deutschland) in den Handel. Vorinstalliert sein wird iOS 9 , das Apple bereits im Juni auf der WWDC vorgeführt hat. Spätestens am 16. September wird Apple die finale Version zum Gratis-Download bereit stellen. Die wichtigsten Neuerungen sind unter anderem ein proaktiver Assistent, Verbesserungen bei Siri, längere Akkulaufzeiten und weniger Platzbedarf für Apps und System. Auch die Apple Watch bekommt ein neues System, mit Watch OS 2 bringen Dritthersteller erstmals native Apps auf die Uhr , die zudem mit den sogenannten Komplikationen Informationsschnippsel auf die Ziffernblätter bringen können. Zur Apple Watch könnte Apple zudem einige Daten nennen, die nicht nur die Konkurrenz interessieren. Aber wegen der stellt sich Apple bisher auf den Standpunkt, keine Verkaufszahlen bekannt zu geben - vermutlich wird Apple diese Haltung am Mittwoch nicht ändern. Zur Apple Watch könnte es aber eine Reihe neuer Armbänder geben, mehr nicht.

Apple TV - Die Zukunft des Fernsehens?

Überfällig ist ein neues Apple TV, zuletzt hatte Apple seine Settopbox im März 2012 aktualisiert. Ein neues Gerät soll aber gleich eine Reihe neuer Konzepte bringen. In Vorbereitung auf einen TV-Streaming-Dienst, der Fernsehsendungen auch auf Abruf bereit halten soll, wird das neue Apple TV wieder mit nennenswert Speicher ausgestattet sein und nicht mit den bisher üblichen 8 GB, die für das System und einen Pufferspeicher für Streams und ausgeliehene Filme herhalten muss. Erstmals sollen auch Apps von Drittherstellern ihren Weg auf das Apple TV finden, aber eben nicht nur solche für TV-Programme und Musik. Auch für Gelegenheitsspiele soll sich die neue Apple TV eignen, eine neue Fernbedienung mit Touchpad soll deren Steuerung erlauben. Siri werde zudem wesentlicher Bestandteil für die Suche nach bestimmten Inhalten, die das System auch übergreifend in beliebigen Apps finden soll. Die bisherige Fassung des Apple TV bleibt entweder unverändert im Handel oder Apple packt deren Hard- und Software auf einen HDMI-Stick. Der TV-Service à la Apple ist jedoch noch nicht fertig, vor dem nächsten Jahr wird man ihn auch in den USA nicht nutzen können. Gelegenheit für die Ankündigung wäre aber schon jetzt. Zahlreiche Fernsehsender bieten ihr Programm oder ausgewählte archivierte Sendungen mittlerweile als Stream im Internet an, das  man auf jedem Internet fähigen Gerät empfangen kann. Wie eine Marktforschung von Adobe ergibt, zeigt sich das Apple TV als besonders populär: 12,8 Prozent der Streaming-Nutzer würden die Settopbox dafür einsetzen. Mit iPhone, iPad und iPod Touch zsammen käme Apple dabei auf einen Marktanteil von 62 Prozent. Will Apple tatsächlich einen eigenen TV-Streamingdienst mit einem neuen Apple TV einführen, wäre der Markt wohl schon bereitet. Alles, was Sie zum neuen Apple TV wissen wollen, finden Sie hier .

iPad Pro – endlich fertig

One more thing? Was im vergangenen Jahr die Apple Watch war, könnte nun ein neues iPad-Modell sein. Schon länger ist von einem 12-Zoll-iPad für Unternehmenskunden die Rede, dieses käme mit USB-Anschluss und Eingabestift, der dank der Force-Touch-Technik auch den Druck auf das virtuelle Papier weiter geben könne. In den vergangenen Jahren hatte Apple stets dem iPad im Oktober ein eigenes Event gewidmet - und dabei auch noch jeweils neue Macs gezeigt. In diesem Jahr könnte das etwas anders laufen, sofern tatsächlich nur ein iPad Pro neu hinzukommt und ein modifiziertes iPad Mini und das unveränderte iPad Air 2 im Handel bleiben. Allzu hoch sollte die Erwartung an das iPad Pro aber nicht sein. Es ist durchaus möglich, dass die Gerüchteküche im vergangenen Winter erheblich irrte und das seinerzeit in der Zuliefererkette entdeckte 12-Zol-Panel einzig und allein für das Macbook gedacht war.

Was noch?

Kurz vor Fertigstellung ist auch das neue Betriebssystem für den Mac: OS X 10.11 El Capitan. Möglich, aber unwahrscheinlich, dass Apple ein Veröffentlichungsdatum nennt. Auch das wäre besser bei einer Keynote im Oktober aufgehoben. Ebenso wurde zuletzt spekuliert, Apple würde seine iWork-Apps Pages, Numbers und Keynote auch in einer nativen Windwos-Version anbieten anstatt wie bisher in einer Fassung für den Browser.

Zu Apple Music wird Apple wohl ein paar Takte sagen, darüber wie überwältigend das Interesse an dem Musikstreamingdienst bisher sei. Und wie hart man daran arbeite, die Erfahrung noch besser zu machen. Für das Apple TV (beide Varianten) wird Apple Music mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ab dieser oder nächster Woche zur Verfügung stehen, auch die bereits angekündigte Android-App sollte bis dahin fertig sein. In iOS 9 kommt Apple Music deutlich entschlackt daher, womöglich ist die Gelegenheit gekommen, auch iTunes aufzuräumen und zu verbessern. Hier könnte OS X erneut von iOS lernen und iTunes könnte in mehrere Programme zerfallen: Ein Abspielprogramm für die eigene Bibliothek und die von Apple Music, Stores für Apps auf der einen und für Musik, Filme und TV-Shows auf der anderen Seite und noch ein Synchronisationsprogramm, das allen Komponenten auf dem Mac für den Abgleich mit Mac und iPad zusammenführt.

Wir werden am Mittwoch Abend ausführlich über alle Neuheiten berichten.

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