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Killswitch-Gesetz: Kalifornien geht voran

10.02.2014 | 08:50 Uhr |

Wenn sich der Gesetzentwurf in dem Staat durchsetzt, wird der digitale Ausschalter für verlorene oder gestohlene Geräte zumindest US-weit eingebaut.

US-Senator Mark Leno hat am Freitag einen Gesetzesentwurf eingereicht, wonach alle mobilen Geräte in Kalifornien künftig einen Killswitch einbauen sollen, berichten unsere Kollegen von Techhive . Dank diesem digitalen Schalter könnte ein gestohlenes Gerät für den Dieb absolut nutzlos sein. Mit dem neuen Gesetz wollen die Gesetzeshüter Smartphone-Diebstählen vorbeugen, welche in den letzten Jahren Rekordhöhen erreichten.

Die Auswirkungen eines neuen Gesetzes in Kalifornien bleiben keineswegs auf diesen US-Staat begrenzt: Die vorgeschlagenen Strafen für den Verkauf von neuen mobilen Geräten in Kalifornien sollen von 500 bis 2500 US-Dollar reichen und für die Hersteller stellt sich das Problem, ob sie in Zukunft einfach Verkäufe in dem Staat vermeiden - und immerhin 38 Millionen potentielle Kunden auslassen - oder ob sie gar extra für den Staat ein eigenes Gerät entwickeln. Beide Möglichkeiten sind unhaltbar und wenn der eingereichte Entwurf in ein Gesetz umgewandelt wird, werden zumindest USA-weit alle Geräte mit Killswitch ausgerüstet.

Bleibt also die Frage: Wie wahrscheinlich ist es, dass der Vorschlag als Gesetz wirksam wird? Der Entwurf genießt volle politische Unterstützung. Georg Gascòn, der Generalstaatsanwalt im Bezirk von San Francisco, arbeitet seit Jahren an einer Strategie, die Smartphone-Diebstähle wirksam unterbindet . Auch die Polizei und Bürgermeister von einigen kalifornischen Städten von San Francisco bis Los Angeles haben ihre volle Unterstützung zugesagt. Der US-Senator Leno ist Demokrat und seine Partei hält in Kalifornien die überwältigende Mehrheit.

Einspruch wird nur von einigen Hersteller-Interessengruppen erwartet. CTIA , die Interessengruppe für drahtlose Kommunikation, bevorzugt den Einsatz einer US-weiten Datenbank, die alle Geräte erfasst, zur Aufklärung von Smartphone-Diebstählen. Dieser Vorschlag findet aber keine Unterstützung von den Gesetzeshütern, die sich von der Datenbank nur eine sehr begrenzte Wirksamkeit versprechen. Auch TechNet ist gegen de Kill-Switch-Gesetzesvorlage: Die Hi-Tech-Handelsgruppe zieht es vor, dass der Markt im Interesse der Kunden Lösungen entwickelt, und nicht dass die Regierung eingreift und Vorschriften erteilt.

Einige Smartphone-Hersteller bieten bereits Diebstahl-Schutz für ihre mobilen Geräte. Apple hat in iOS 7 mit Activation Lock eine Funktion eingebaut, die das Gerät ohne das Passwort für die Apple-ID des Besitzers unbrauchbar machen. Samsung installierte auf einigen seiner Smartphone-Modelle die Lojack -Funktionalität, für die der Kunde allerdings eine jährliche Gebühr zahlen muss.

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