Der App Store gibt oft wenig Hilfe bei der Suche nach guten Apps für Kleinkinder. Diese Beispiele stechen heraus, weil sie auch ohne multimedialen Overkill für Unterhaltung sorgen
Seien wir doch ehrlich: Wer eine Familie hat, die Seinen herzlich liebt und keinen autokratischen Erziehungsstil pflegt, verliert die Herrschaft über sein iPad in dem Moment, indem er es sich damit auf dem Sofa gemütlich gemacht hat. Schon die Kleinsten erliegen der Magie des iPads. Bleibt also nur, sich rechtzeitig einen guten Vorrat sinnvoller und wirklich kindertauglicher Apps zu laden. Diese kleine Auswahl hat sich bei uns bewährt.
Tolle Apps für Kids
Die Muh-Box miaut, bellt, muht, grunzt, quiekt - kaum ein Tier unter der Sonne, das es nicht hier hinein geschafft hat.
Lieblinge bei fast allen Kindern: Der Golden Retriever, dicht gefolgt von der Katze.
Achtung: Unerwartet laut meldet sich der Biber zu Wort.
Mit dem Wunderwimmelbuch geht es in den Wald. Die meisten Tiere und Personen bewegen sich beim Antippen
Auch im Zoo ist ordentlich was geboten. Hier ist durch wildes Herumtippen auf dem Screen der beste Soundeffekt zu erreichen.
Dankenswerterweise lässt sich der Ton auch ausschalten. Und, schon das Pupsschwein gefunden?
Natürlich treibt das pupsende Schwein auf dem Bauernhof sein Unwesen. Und zwar so schlimm, dass das Schaf glatt aus den Latschen kippt.
Bunt und klar sind die Szenen der Kinderapp Go. Hier im Bild Schwierigkeitsstufe zwei, bei der die Kinder einzelne Bestandteile im Bild finden müssen.
Gefunden. Hier wars die Litfaßsäule.
Auch beim Einkaufen gibt es viel zu lernen. Auch wenn der Laden eher wie ein Kinderkaufladen aussieht.
So eine Verkäuferin hätt ich auch gern mal wieder gesehen.
Die App lässt sich in zwei Stufen und vier Sprachen spielen. Und für Weihnachten gibt es eine Sonderausgabe im App Store.
Wir puzzeln uns einen Ritter Rost. Wenn es so zu schwierig ist....
...lassen sich schonmal die Randsteine rot markieren. Und wenn das nicht hilft....
...kann man auch noch das fertige Motiv dahinterlegen.
So ist das erste der kostenlosen Motive bald geschafft.
Und für alle, die nicht genug bekommen können, gibt es Nachschub. Allerdings per In-App-Kauf.
So startet die Schneekugel. Sanft rieseln die Flocken auf den Schneemann.
Über die Einstellungen lässt sich das Aussehen ändern.
Besonders schön ist es, wenn die Flocken per Auto-Schütteln wild durcheinanderstieben.
Bevor der Schneemann langweilig wird, gibt es noch andere Motive.
Ein Olchi, wie er im Buche steht. Grün, schlampig und frech brummelt er vor sich hin.
Und mit jedem Tippen auf den iPad-Screen saust eine weitere Fliege um ihn herum. Ssssssss
Ungeschlagen seit Monaten ist die Muh-Box, die auf Kommando bellt und maunzt, zwitschert und grunzt und selbst Erwachsenen noch zu neuen Erkenntnissen verhift. Oder wussten Sie, dass Eulen gurren? Das Repertoire mit über 60 Tieren ist groß genug, kann aber noch ergänzt werden, die App beschäftigt Kinder noch bis ins Schulalter. Zwei Tipps: Je kleiner die Zuhörer sind, desto mehr schätzen Sie die Klassiker wie Hund und Katze. Und man sollte sich als Eltern unbedingt einmal vorab durch das Repertoire hören, einige Tierstimmen wie der Biber (!!) sind nämlich unverhältnismäßig laut und können bei Mini einen ziemlichen Schrecken verursachen.
Die Laute der Tiere HD: Die Muh-Box free, Oworld Software, Gratis-App, Unsere Empfehlung ab 1 Jahr
Ältere Generationen sind noch mit den Wimmelbüchern von Ali Mitgutsch oder Marlene Reidel auf Papier groß geworden, heute gibt’s auch das fürs iPad. Die Idee dahinter ist immer noch, mit den Kindern auf einem mit unzähligen Figuren und Motiven vollgestopften Bild bestimmte Elemente zu finden. Auch Ratespiele nach dem Motto „Ich sehe was, was Du nicht siehst – und das ist rot“ lassen sich so prima aufs iPad übertragen. Leider sind in dieser digitalen Variante die Motive zu klein, vor allem im Wald tun sich unter drei Jahre alte Kinder schwer, alle Tiere zu finden. Dafür setzen sich die meisten Tiere und Figuren auf ein Antippen in Bewegung, und geben Töne von sich. Dass nicht hinter allen Elementen eine Animation steckt, verleitet die Kinder dazu, wild im Bild herumzuklicken, – auch weil das bei angeschaltetem Ton zu einer herrlichen Kakophonie an Tierstimmen führt. Und damit hat sich die App dann doch einen bleibenden Platz auf dem iPad gesichert.
Wunderwimmelbuch, Wonderkind, 89 Cent, Unsere Empfehlung ab 2 Jahren
Deutlich besser gestaltet sind die Kinderapps von Kornelia Erdelyi. Auch hier gilt es in verschiedenen Szenen einzelne Elemente zu erkennen. Die Apps sind sowohl als gemeinsames Bilderbuch als auch als Lernhilfe konzipiert. Auf Antippen werden die Elemente einzeln präsentiert und der Name vorgelesen. Dank klarer Formen und kräftiger Farbkontraste finden hier auch schon die Kleinsten gut zurecht. Passend zur Jahreszeit gibt es eine Weihnachtsausgabe. Für die Älteren kann man eine zweite Spielstufe wählen, in der die Kinder bestimmte Elemente suchen müssen. Dauert die Suche etwas, fangen die Gegenstände an zu wackeln, wer schnell alles findet, wird von der App gelobt. Insgesamt merkt man allen drei Kinderapps das liebevolle Engagement der Entwicklerin an, die die Apps für den eigenen Nachwuchs gemacht hat.
Kinderapp Go, Kornelia Erdelyi, 1,79 Euro, Unsere Empfehlung ab 3 Jahren
Sowohl Carlsen- als auch Terzioverlag bieten in der Reihe Mypuzzle Kinderpuzzles zu verschiedenen Motiven an. Der Ritter Rost ist ein lieber alter Bekannter, daher entscheiden wir uns für diese Variante. Je nach Alter kann man die Bilder in 25, 49 und 81 Steine einteilen, als Hilfestellung lassen sich das Motiv im Hintergrund einblenden oder alle Randsteine markieren. Dank der klaren Bilderbuchmotive haben auch die Kleinen das puzzeln schnell im Griff und bald braucht es die Hilfe gar nicht mehr. Ärgerlich ist, dass sich die App beim Beenden ein angefangenes Puzzle nicht merkt und man beim nächsten Mal von vorne beginnen muss.
Mypuzzle Ritter Rost, Terzio, Gratis-App, Unsere Empfehlung ab 4 Jahren
Vorfreude auf den Winter und ein ideales Mittel, um den aufgekratzten Nachwuchs wieder ruhiger zu stimmen, ist die – leider kostenpflichtige – Schneekugel-App. Weiße Flocken segeln sanft auf einen kleinen Schneemann, durch Kippbewegungen kann man sie nach rechts, links oder wieder nach oben schneien lassen. Hintergrundbild, Form der Schneeflocken und der Schneemann lassen sich in den Einstellungen ersetzen, die Änderungen werden aber erst wirksam, wenn man die App einmal schließt und wieder öffnet. Ohne die Einstellung „Auto“, bei der die Schneeflocken immer mal wieder ordentlich durcheinander gewirbelt werden, wird die Schneekugel aber auch schnell langweilig.
Schneekugel, Maximilian Reiss, 89 Cent, Unsere Empfehlung ab 1-2 Jahren
Die Olchis sind eine bekannte Kinderbuchreihe und laut Wikipedia „..klein und grün, haben auf dem Kopf drei Hörhörner und eine große Nase. Die insgesamt namenlose Familie lebt gemeinsam in einer Höhle auf der Müllkippe von Schmuddelfing. Die Olchis lieben alles, was für Menschen abstoßend, eklig und unbrauchbar ist.“ – und werden daher von vielen Kindern heiß geliebt. Schon vor ein paar Jahren hat der Oetinger-Verlag uns eine Vorweihnachtszeit lang mit dem Mac-Adventskalender „Die Olchis warten auf Weihnachten“ viel Freude gemacht, jetzt verzückt er die nächste Generation mit einem Jux-Olchi am iPad. Der kostenlose Jux-Olchi steht einfach frech und grün am iPad, schimpft vor sich hin, verdreht die Augen und wird bei jedem Antippen von einer Fliege umsirrt. Je fleißiger man tippt desto größer wächst der Fliegenschwarm – ist doch schön, dass auch am iPad eine einfache Idee so großen Jubel auslöst!
Jux-Olchi, Oetinger, Gratis-App. Unsere Empfehlung ab 1-2 Jahren
















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