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Amazon gibt Kindle-Autoren mehr Umsatzanteile und öffnet Store für Apps

21.01.2010 | 11:27 Uhr |

Amazon folgt Apples Vorbild und ändert das Konzept des Kindle Stores in Richtung iTunes. Eine einfache Gewinnteilung soll den Onlinehandel mit E-Books attraktiver machen.

Kindle DX
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© Amazon

Noch hat Apple weder ein Tablet vorgestellt, noch Details zum Distributionsmodell etwa von elektronischen Büchern vorgestellt, schon reagiert der Kindle-Hersteller Amazon. Den Rechteinhabern der Bücher, die Amazon für den E-Bookreader vertreibt, verspricht der Konzern nun einen Anteil von 70 Prozent des Verkaufspreises - das Modell App Store lässt grüßen. Von der Provision für den Autoren zieht Amazon jedoch noch 15 Cent pro Megabyte für die Kosten der Auslieferung über das Mobilfunknetz ab. Die Erhöhung der Beteiligung gilt jedoch nur für bestimmte Bücher. Diese müssen zwischen 3 und 10 US-Dollar kosten, mindestens 20 Prozent billiger als die gedruckte Version und in keinem anderen E-Bookstore günstiger zu haben sein. Die Verdienstmöglichkeiten verdoppeln sich für die Autoren der qualifizierten Bücher jedoch. Das Modell gilt ab 30. Juni, das alte Abrechnungssystem bleibt daneben bestehen.

Amazon hat zudem ein Kindle Development Kit (KDK) angekündigt, das ab Februar in Beta-Form vorliegen werde. Mit Hilfe des KDK sollen Entwickler eigene Applikationen für den E-Bookreader entwickeln, die dann über den Kindle Store an die Kunden kommen. Auch hier dient der App Store klar als Vorbild. Die ersten Kindle Apps sollen im Laufe des Jahres zur Verfügung stehen. Als mögliche Beispiele für solche Apps nennt Amazon etwa Reiseführer mit Echtzeitwetterprognosen oder Hinweise auf aktuelle Veranstaltungen am Urlaubsort, Kochbücher mit Menüempfehlungen für spezielle Anlässe oder Kreuzworträtsel und Puzzles, die elektronische Bücher ergänzen sollen.

Abwehrmaßnahme gegen Apple?

Amazons Schritt in Richtung Apples Prinzip ist zu diesem Zeitpunkt vermutlich kein Zufall. Man könnte vermuten, dass Amazon den Verlegern die gleichen Konditionen bieten will, die auch Apple über iTunes bietet. Andernfalls hätten die Verleger mit ihren Inhalten zu Apple übersiedeln können, was nicht in Amazons Interesse wäre. Attraktive Verträge mit Anbietern beliebter Inhalte sind für die Verbreitung eines Lesegeräts essenziell. Womöglich werden Apple und Amazon mittelfristig hart um die Anbieter ringen.

Amazon hat zwar einen großen zeitlichen Vorsprung, einen Hype wie Apple kann Amazon allerdings nicht bieten.

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