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Lesegeräte treiben Markt für E-Books an

28.09.2009 | 07:23 Uhr |

Zunehmende Konkurrenz belebt das Geschäft. Der Einstiegspreis für Lesegeräte liegt nun bei 400 US-Dollar und soll innerhalb der nächsten drei Jahre auf 100 US-Dollar sinken. Damit wird der Markt auch endlich für Schüler ab der Mittelstufe interessant.

Kindle DX
Vergrößern Kindle DX
© Amazon

Marktforscher sehen in den USA für 2010 hohe Umsätze für elektronische Textbücher voraus. Demnach sollen dann ab Hebst 2011 auch zunehmend Mittel- und Oberstufen von Schulen auf e-Bücher und deren Lesegeräte umsteigen.

Derzeit sind in den USA nur zwei Lesegeräte auf dem Markt: Den Sony Reader über den Netzbetreiber AT&T und Amazons Kindle über Sprint Nextel Inc. Aber das wird sich schnell ändern. Bereits im Oktober wird Irex mit Irex DR800SG , einem Lesegerät mit 8,1-Zoll Bildschirm und drahtloser Anbindung via den Netzbetreiber Verizon, in den Markt einsteigen. Ab Anfang 2010 wird das Gerät auch in Europa Angeboten und mit einem Preis von zirka 400 US-Dollar werden Lesegeräte dann auch für Schüler erschwinglich.

Die Nachfrage wird sich in nur einem Jahr fast verdreifachen

Allen Weiner, ein Analyst bei Gartner Inc., erwartet, dass eine ganze Reihe von namhaften Herstellern in den E-Lesegerät-Markt einsteigen wird. Neben einem möglichen Apple-Tablet, das für Februar erwartet wird, soll auch Google innerhalb der nächsten zwei Jahre ein Lesegerät anbieten. Vinita Jakhanwal, ein Marktforscher von iSuppli, berichtet, dass Plastic Logic ein Lesegerät für den US-Markt plant, und vor allem asiatische Hersteller weltweit neue Geräte anbieten werden. Bei fallenden Preisen der Fertigungsteile erwartet Jakhanwal, dass in drei Jahren der Preis unter die magische Grenze von 99 US-Dollar sinken soll. Weltweit sollen nach Schätzung von iSuppli in 2009 zirka fünf Millionen und in 2010 zwischen 13 und 14 Millionen Lesegeräte für E-Bücher verkauft werden.

Format und Eigentumsrecht für Inhalte sind noch umstritten

Laut Weiner konnten sich die zwanzig großen Verlaghäuser in den USA aber bisher noch nicht auf ein Format einigen. Während einige den offenen Standard ePub für möglichst viele Plattformen anstreben, legen sich andere mit eigenen Formaten für exklusive Lesegeräte wie den Kindle fest. Umstritten ist bisher auch noch, ob E-Bücher auch zur Ausleihe verfügbar sein sollen, und ob und wie Käufer ihre E-Bücher weiterverkaufen können.

Letztendlich haben aber auch die Buchläden in Schulen und Universitäten ein Wörtchen mitzureden. Deren Haupteinnahmequelle sind die Schüler und Studenten und ein Umstieg auf E-Bücher setzt eine Umstrukturierung zum Online-Buchverkauf voraus.

Der Vorteil für Verlage im E-Buchbereich wären Angebote, Texte mit Updates aktuell zu halten oder Videoschnipsel oder weiteres interaktives Material einbauen zu können. Weiner sieht auch die Möglichkeit, ähnlich wie beim Modell für Drucken-Nur-auf-Anforderung (print on demand) könnten bei Bedarf Auszüge der E-Bücher gedruckt werden.

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