1002188

Klage gegen Apple wegen angeblich falsch datierter Aktienoptionen

16.09.2008 | 10:14 Uhr |

Wegen angeblich falsch datierter Aktienoptionen droht Apple-Chef Steve Jobs und weiteren Vorstandsmitgliedern des Konzerns neuer Rechtsstreit mit Aktionären.

Ein Anwalt habe am 5. September im Auftrag mehrerer Anteilseigner vor einem Gericht in San Jose (US- Staat Kalifornien) Klage eingereicht, schrieb die Nachrichtenagentur Bloomberg am Montag. "Wir kennen Details der Transaktionen, die niemand anders hat", sagte der Klägeranwalt Adam Prussin. Die Apple- Führung hatte wegen des gleichen Vorwurfs bereits vor einer Woche einen Vergleich mit einer anderen Gruppe von Aktionären geschlossen.

Prussin erklärte, die Klage sei vom geschlossenen Vergleich nicht berührt. Er wolle eine andere Strategie verfolgen als die Anwälte in den bisherigen Prozessen um Aktienoptionen. Er nannte jedoch keine Details. Der Computer-Konzern kommentierte die Vorwürfe wegen des laufenden Verfahrens nicht.

Bei der Rückdatierung der als Vergütung gezahlten Optionen wird nachträglich ein Termin ausgesucht, zu dem der Kurs der Aktie niedrig war. So lässt sich bei der späteren Einlösung der Optionen mehr Gewinn erzielen. Dies geht auf Kosten des Unternehmens und damit der Aktionäre. Die Rückdatierung war in den USA eine weit verbreitete Praxis und löste eine Welle von Untersuchungen und Klagen bei zahlreichen Unternehmen aus. Die strafrechtlichen Verfahren gegen die ehemaligen Apple-Top-Manager Fred Anderson und Nancy Heinen haben in Vergleichen geendet, in denen Heinen und Anderson Strafzahllungen akzeptierten, jedoch keine Schuld anerkennen mussten.

0 Kommentare zu diesem Artikel
1002188